Billard: Freifahrtschein für Viersen
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Im vergangenen Jahr wurde Hollands Top-Spieler Dick Jaspers nicht für die Dreibandbillard-WM in der Festhalle nominiert. Nun spielt er wieder mit – und hat die Zusage, künftig immer im "Oranje"-Team zu sein.
Dick Jaspers ist nicht nachtragend. Darum hat er zugesagt, als der niederländische Billard-Verband anfragte, ob er in diesem Jahr wieder für "Oranje" bei der Dreiband-Weltmeisterschaft in Viersen antreten werde. 2009 durfte er nicht mitspielen bei dem Turnier, bei der er seit 1998 Stammgast war.
So fehlte der damalige Anführer der Weltrangliste, amtierende Europameister und Weltcup-Sieger in der Festhalle. Jean-Paul de Bruin und Jean van Erp spielten – und scheiterten im Viertelfinale an Korea. "Der Verband hat im vergangenen Jahr einen Fehler gemacht. Und hat sich bei mir entschuldigt", berichtet Jaspers, der, wie meist in Viersen, mit Raymond Burgman an seiner Seite antritt.
Einen Nominierungs-Fauxpas wie 2009, den wird es bei den Niederländern nicht mehr geben. Jaspers hat nun die Zusage, immer gesetzt zu sein für die WM, ganz unabhängig vom Ausgang der niederländischen Meisterschaft. Kurz: Er hat einen Freifahrtschein nach Viersen. Bislang wurden die beiden Finalisten nach Deutschland geschickt, beim letzten Mal hatte Jaspers das Endspiel verpasst, darum fehlte er. Künftig geht es nur darum, wer der zweite Mann neben dem 44-Jährigen ist.
Sechs Finals, zwei Titel
Dick Jaspers lebt mit seiner Familie im 160 Kilometer von Viersen entfernten Breda.
"Oranje"-Titel Holland wurde in Viersen 1998 und 1999 Weltmeister. Viermal standen die Niederländer zudem im Endspiel, verloren aber je zweimal gegen Deutschland (1993 und 2002) und Schweden (2000 und 2008).
Fünf-Jahres-Wertung Holland ist mit 15 Punkten Zweiter hinter Schweden (5) und vor Deutschland (16). Nur einmal verpasste "Oranje" seit 2005 das Halbfinale (2009).
Burgman verlor im vergangenen Jahr das holländische Endspiel gegen Jaspers und ist somit als Vize-Meister bei der WM dabei. Wie auch van Erp und Hollands größtes Dreiband-Talent Glen Hofman. Denn wie Gastgeber Deutschland und Serien-Weltmeister Schweden dürfen die Niederländer zwei Teams schicken. Jaspers und Burgman gehören für viele zum engsten Favoritenkreis – nur nicht für Jaspers selbst. "Wenn du Weltmeister werden willst, brauchst du zwei gute Leute. Und Raymond hat zuletzt international nicht so gute Leistungen gebracht", gesteht Hollands Nummer eins. Gleichwohl sei Burgman "ein guter Spieler". Und wie er, Jaspers, "sehr ruhig" am Tisch, zudem ein "guter Kämpfer".
"Super-Favoriten" sind Burgman und er also nicht, gleichwohl aber "bereit, die niederländische Ehre zu verteidigen", wie Japsers sagt. Das Viertelfinale ist Pflicht angesichts der Vorrundengegner Ägypten und Luxemburg. "Bei allem Respekt, aber die müssen wir besiegen", sagt Jaspers.
Er freut sich auf Viersen, nicht nur, weil seine Frau Andrea eine Deutsche ist und deren Familie im recht nahen Oberhausen wohnt. "Ich habe viele Bekannte in Deutschland", sagt Jaspers, der 2008 mit Burgman im Endspiel den Schweden Torbjörn Blomdahl und Michael Nilsson unterlag. So war es auch 2005. Der letzte WM-Sieg gelang Holland 1999.
Mit Japsers soll es besser werden als im vergangenen Jahr. Doch die Konkurrenz ist groß. Neben den seit fünf Jahren unbesiegbaren Schweden zählt Japsers Deutschland, Belgien, Spanien, die Türkei, Griechenland, Japan und Korea zu den Titelkandidaten. Ein Weltturnier voller Favoriten – das ist eine schöne Herausforderung für den aktuell Dritten der Weltrangliste. "Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin", sagt Dick Japsers, der WM-Rückkehrer.
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