Ironman: Hawaii nicht nur ein Traum
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008Gerd Kehrbusch hat es geschafft: Er darf beim „Ironman“ starten, einem der schwierigsten Ausdauer-Wettkämpfe der Welt. Seit 16 Jahren ist der ehemalige Judoka vom Triathlon besessen.
Triathlon
Es wird in Jedermann- oder Sprint- bzw. Mittel- und Langdistanz unterschieden. Die Olympische Distanz beträgt 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen.
Am 11. Oktober ist es so weit: Gerd Kehrbusch startet bei der Weltmeisterschaft der „eisernen Männer“ auf Hawaii. Der Ironman gilt als einer der schwierigsten Ausdauerwettkämpfe der Welt: 3,8 Kilometer im Pazifischen Ozean, 180 Kilometer Rad fahren bei den berüchtigten drehenden Mumuku-Winden und am Ende noch durch glühende Lavafelder 42,195 Kilometer weit laufen.
Mitte der 1980er Jahre wurde der heute 40-Jährige durch einen Bericht über die ersten deutschen Hawaii-Starter Manuel Debus und Detlef Kühnel auf die Sportart Triathlon aufmerksam. „Ich konnte mir jedoch angesichts der wahnsinnigen Distanzen und der enormen Umfänge im Training so etwas überhaupt nicht vorstellen“, erzählt Gerd Kehrbusch.
Der Brüggener, heute Mitglied des Dülkener SV, war aktiver Judosportler beim PSV Mönchengladbach von 1976 bis 1987:„Danach ging ich drei Jahre zum Training in die Muckibude und lief 20 Kilometer die Woche.“ Am Kaarster Baggerloch hing 1992 ein Plakat über die Austragung eines Triathlons über die Mitteldistanz. Gerd Kehrbusch war interessiert: „Seit 1987 war mehr oder weniger regelmäßig mit meinem Rennrad unterwegs.
Ich merkte aber schnell, dass ohne Startpass nichts geht und trat dem Gladbacher TV 1848 bei. Die Abteilung gründete und leitete damals Hawaii-Finisher Rolf Fußangel.“ 1992 bestritt Gerd Kehrbusch seinen ersten Kurztriathlon in Bergisch Gladbach. Ein Jahr später war er mit den Gladbachern in der Regionalliga. „Über die Jahre bin ich dann über etliche Kurz- und Mitteltriathlons gestartet. Ich kann sie nicht mehr zählen.“
1995 absolvierte Gerd Kehrbusch seinen ersten Ironman in Roth in 10:49 bei 34 Grad im Schatten in der berüchtigten „Hitzeschlacht am Kanal“. Und dachte: „Nie wieder!“ Dazu zwangen ihn drei Knieoperationen zu einer Pause von 1997 bis 2000: „Nur noch die Muckibude war möglich.“
Doch Roth ließ ihn nicht los: „2000 bin ich dann alleine dorthin gefahren. Ich hatte Tränen in den Augen, nicht als Aktiver dabei sein zu können.“ Er tauschte sein Motorrad gegen ein neues Rennrad und trainierte drauflos: „Das Laufen lernte ich bei den flinken Pinken von Athletik Waldniel.“
14 Marathonläufe lief er unter drei Stunden, einen sogar in 2:49 Stunden in Duisburg. Nach drei Anläufen schaffte Gerd Kehrbusch in Frankfurt die Qualifikation für den Ironman auf Hawaii. „Dieses Jahr hat‘s dann mit 9:36 Stunden als direkter Qualifikant hingehauen.“
Er führt über die Trainingskilometer genau Buch. Dort stehen vom Beginn des Jahres bis zum 31. August: 220 Kilometer Schwimmen, 10 750 Kilometer Rad fahren und 2765 Laufkilometer. „Dafür geht aber auch fast die gesamte Freizeit und Urlaub drauf“, so Gerd Kehrbusch, dessen Ehefrau Martina sowie die Kinder Marco und Sarah zum Glück auch sehr sportbegeistert sind. Für den Service-Techniker einer amerikanischen Computerfirma.
Geht so ein großer Traum in Erfüllung: „Ohne flexible Möglichkeiten bei der Urlaubsplanung und Verständnis der Familie ist so was nicht machbar.“ Für Hawaii hat er sich eine Zeit unter elf Stunden vorgenommen: „Ich will auf alle Fälle vor Dunkelheit das Ziel erreichen.“
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