Kanupolo: Junger Meister beim WSV
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 06.07.2007Er ist Deutscher Meister im Kanupolo bei den Junioren geworden. Nun will David Wollborn in den nächsten Jahren den Titel mit den Herren des WSV de Wittsee. Am Wochenende ist der dritte Bundesliga-Spieltag in Nettetal.
Die Tabelle
Bundesliga
1. KCNW Berlin 24 Punkte
2. Göttinger PC 24
3. WSF Liblar 23
4. KGW Essen 18
5. WSV Lampertheim 17
6. Meidericher KC 16
7. KC Wetter 16
8. WSV de Wittsee 14
9. Rothe Mühle 13
10. BWS Hamburg 11
11. ESV Cottbus 5
12. KG List 4
David Wollborn ist erst 17 Jahre. Dennoch hat er den meisten seinen Teamkameraden eins voraus: Er ist schon Deutscher Meister geworden. Im vergangenen Jahr holten er und die Spieler des KC Radolfzell den Titel auf dem Essener Baldeneysee. Zwar nur in der Klasse der Junioren. Aber es ist der bislang größte Erfolg von David Wollborn.
Seit dieser Saison spielt der Hinsbecker für den WSV de Wittsee. Und zwar bei den Herren. Bei dem Verein, für den er eigentlich seit sieben Jahren spielen wollte. Doch es kam immer etwas dazwischen. „Als ich zum ersten Mal Kanupolo spielen wollte, gab es beim WSV nicht genügend meiner Altersklasse“, sagt Wollborn. Seine ersten Kanupolo-Spiele absolvierte er so bei den Schülern der DJK Ruhrwacht. „Sobald am Wittsee genügend Spieler waren, bin ich aber gewechselt.“ Allein wegen der Nähe zu seiner Heimat.
Doch schnell veränderte sich die Nettetaler Mannschaft wieder, und Wollborn schloss sich nach der Jugend beim WSV den Junioren des KC Radolfzell an – und das, obwohl der Verein gut 570 Kilometer entfernt am Bodensee trainiert. „Da ich die Jungs aber von gemeinsamen Turnieren kannte, war es gar kein Problem, dass ich mich denen angeschlossen habe“, sagt der Schüler des Lobbericher Werner-Jaeger-Gymnasiums. Problem waren allerdings die gemeinsamen Übungseinheiten. „Da ich nicht dreimal die Woche zum Bodensee fahren konnte, habe ich hier mit dem Herren-Team des WSV trainiert und bei den Turnieren für Radolfzell gespielt.“
Nun ist David Wollborn aber alt genug, um auch in der Meisterschaft für die Herren eingesetzt zu werden. „Obwohl ich auch ein Angebot von Radolfzell hatte, habe ich mich entschieden, für Wittsee zu spielen.“ Wegen der Nähe zur Heimat. Und weil die Herren des WSV in der Bundesliga spielen. Für die steht am Wochenende ein kleiner Spieltag auf dem Wittsee an. In fünf Spielen messen sich die Nettetaler mit der Konkurrenz aus dem Westen. Es ist der dritte von vier Spieltagen. „Wir wollen unter die ersten acht Teams und damit in die Playoffs zur Deutschen Meisterschaft“, gibt Wollborn vor.
Eine unentbehrliche Stütze ist der 17-Jährige noch nicht. „Bei Freundschafts-Turnieren habe ich mehr Einsatz-Zeiten, um Erfahrung zu sammeln.“ In der Bundesliga kommt er über Einsätze über wenige Minuten (noch) nicht hinaus. „Ich werde eingesetzt, damit sich einzelne Spieler des eingespielten Teams kurze Ruhepausen gönnen können.“ Böse ist er Trainer Thomas Ellwanger deswegen nicht. Er ist schließlich erst 17. Seinen Mannschaftskameraden will er mit dem „fremden“ Meistertitel aber nicht lange vorstehen: „Mein Ziel ist, auch mit dem WSV Deutscher Meister zu werden.“ Dieses Jahr käme der höchste nationale Titel noch ein wenig zu früh. „Aber in ein paar Jahren können wir es schaffen“, blickt Wollborn optimistisch in die Zukunft auf dem Wittsee.
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