Fußball: Klaus Bongartz greift durch
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 28.09.2006Schwarz-Weiß Elmpt ist nicht tauglich für die Fußball-Bezirksliga. Das wissen Trainer und Spieler. Doch die Mannschaft will sich möglichst gut verkaufen. Und trotz der – erwarteten – Niederlagen keine Unruhe haben. Darum wurde jetzt Mustafa Osoy weggeschickt.
Fussball Klaus Bongartz musste eine Entscheidung treffen. Dies tat der Trainer des Bezirksligisten Schwarz-Weiß Elmpt nach Rücksprache mit seinem Mannschaftskapitän Christian Hoffmann. Das Ergebnis: Bongartz teilte seinem Spieler Mustafa Osoy mit, dass er in Zukunft auf seine Dienste verzichten werde. Der Trainer hatte Osoy als Ursache für die Unruhe in seiner Mannschaft ausgemacht. „Mustafa hat die Schuld für Fehler immer bei anderen gesucht, anstatt bei sich anzufangen“, merkte Bongartz. „Zudem leistete er sich einige Undiszipliniertheiten, die er sich bei uns nicht erlauben kann.“ Mit diesem Schritt will Bongartz bewirken, dass Ruhe in sein Team zurückkehrt. Denn trotz der – erwartet – schwachen Vorstellungen in der Bezirksliga (sieben Spiele, zwei Unentschieden, fünf Niederlagen) war die Stimmung in der Mannschaft nicht schlecht. „Die Jungs wissen, dass sie nicht Bezirksliga-tauglich sind. Diese Liga ist für sie einfach zu schnell“, sagt Klaus Bongartz.
14 seiner 20 Spieler kickten vergangene Saison noch in der Kreisliga C. „Aber sie können kämpfen und zusammenhalten.“ Zumindest, wenn keiner aus der Reihe tanzt. „Wir können jetzt, wenn die Jungs die Luft nicht verlieren, einige Erfahrungen mitnehmen.“
Wohin, ist wohl klar – in die A-Liga. „Als Ziel setzen wir uns natürlich, Spiele zu gewinnen und genügend Punkte zu sammeln, um in der Klasse zu verbleiben“, sagt Bongartz, der aber angesichts der Situation realistisch bleibt: „In der derzeitigen Situation geht es darum, sich in jedem Spiel so gut es geht zu verkaufen und sich nicht immer abschießen zu lassen.“
Das hatten viele Kritiker den Elmptern prognostiziert. „Positiv ist aber, dass wir immerhin zwei Punkte geholt haben.“ Dazu musste die Mannschaft aber „120 Prozent“ geben. „Und das schaffen wir nicht jede Woche“, gesteht Klaus Bongartz. Deshalb sucht der Coach noch nach Verstärkungen: ein erfahrener Libero soll her, ein zentraler Mittelfeldspieler und ein Stürmer. Gerade vier Tore haben die Niederkrüchtener in sieben Spielen geschossen, Felix Rebell traf zweimal. „Unsere Taktik ist klar: hinten sicher stehen, kontern und die wenigen Chancen nutzen“, gibt Bongartz vor.
Deshalb trainiert er immer wieder das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff. „Wir brauchen noch einen Mann im Mittelfeld, der Leute in Szene setzen und das Spiel nach vorne treiben kann.“ Dann traut der ehemalige Elmpter Torwart seiner Mannschaft durchaus noch die ein oder andere Überraschung zu.
Vielleicht schon am Sonntag (15 Uhr) gegen den TuS Wickrath. „Von Siegen zu reden, wäre zur Zeit vermessen“, sagt der Trainer. „Aber wenn wir an unsere Grenzen gehen, sind Punktgewinne drin.“ Die fehlten bislang vor allem an der Lehmkul (in drei Spielen gab es drei Niederlagen).
Aufgeben will Bongartz weiterhin nicht. „Sicherlich hat es zu Saisonbeginn mehr Spaß gemacht“, gibt er zu. „Aber ich kenne die Leute hier. Die Aufgabe, hier zu bleiben und mit der Mannschaft zu kämpfen, reizt mich ungemein“, versichert Bongartz.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum