Reiten: Lobberich, Athen, Istanbul ...
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 05.07.2007Miriam Sakellariou startet ab sofort für Griechenlands Nationalmannschaft. Die 28-jährige ist seit 20 Jahren im Reit-und Fahrverein Lobberich. Die Olympischen Spiele 2008 in Peking kommen für sie aber noch viel zu früh.
2. bis 5. August
Beim großen Spring- und Dressurturnier des RFV Lobberich vom 2. bis 5. August werden Sichtungsprüfungen zum Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes ausgetragen. Höhepunkt ist der mit 5000 Euro dotierte Große Preis, ein schweres S-Springen mit Siegerrunde und zwei Schwierigkeitssternes. Eine weitere Attraktion ist das Barrierenspringen unter Flutlicht, mit 3000 Euro dotiert.
Griechenlands Reiterverband hat Miriam Sakellariou vom Reit- und Fahrverein Lobberich in seine Nationalmannschaft aufgenommen. Grund war ihre Leistung bei den griechischen Meisterschaften im olympischen Reiterstadion von Athen. Im S-Springen schaffte sie unter 60 Teilnehmerinnen mit ihrem achtjährigen Hengst Carthaday den vierten Platz. Wildfremde Menschen klopften ihr danach anerkennend auf die Schulter: „Das war wie Balsam für mich“, sagte sie. Nicht nur diese Platzierung bei der Meisterschaft, sondern auch ihr Auftreten, ihr Umgang mit den Pferden und ihr „Pferdeverstand“ wurden vom griechischen Reiterverband beobachtet und bewertet.
Letzter Test daheim
Beim großen Dressur- und Springturnier am ersten August-Wochenende in Lobberich sattelt sie Carthaday noch einmal, bevor sie mit ihm auf große Reise geht: „Das ist unser letzter Test, bei dem wir aber nicht alles geben werden. Charthaday und ich müssen erst in Istanbul zeigen, was wir können. Der Hengst soll in Lobberich noch einmal Energie tanken.“
Denn die 28-Jährige, seit etwa 20 Jahren im RFV Lobberich Mitglied, startet Mitte August bei den Balkan-Meisterschaften in Istanbul: „Das ist mein erster wichtiger Start in der Nationalmannschaft. Ich reite dann auch meinen ersten Nationenpreis. Dieser Termin fällt übrigens mit den Europameisterschaften in Mannheim zusammen.“
Miriam Sakellariou, Tochter eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter, freute sich über die Aufnahme in die Nationalmannschaft. Sie ist bereits seit einigen Jahren Mitglied im griechischen Pferdesportverband. Die Nettetalerin konnte so in Deutschland unter griechischer Flagge bei internationalen Prüfungen starten. Die Olympischen Spiele in Peking stehen im kommenden Jahr an. „Die stehen für mich aber gar nicht zur Debatte, das ist viel zu früh“, winkte Miriam Sakellariou ab: „Ich muss in die große Aufgabe hineinwachsen. Ich werde erst die kleinen Sachen machen, bevor ich die größeren in Angriff nehme. Meine Pferde sind alle noch ganz jung.“ Sie schaut ihren großen achtjährigen Carthaday an und meinte schmunzelnd: „Das ist mein Kracher.“
Miriam Sakellariou kann künftig an CSI-Turnieren teilnehmen. Der griechische Verband hat auch schon angefragt, wo sie reiten will. Sie will beim internationalen Turnier von Jan Tops in Valkenswaard und beim CSI in Redefin in Mecklenburg-Vorpommern an den Start gehen, um Ranglistenpunkte zu sammeln, weil danach die Nationalmannschaft zusammengestellt wird: „Ich muss mich erst bei den internationalen Turnieren bewähren, um ganz oben mitreiten zu dürfen.“
Daumendrücken für Daniela
Ihre Stallgefährtin an der Lüthemühle ist die starke Springreiterin Daniela Winkels, die aber wahrscheinlich nicht den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft schaffen wird. Die beiden verstehen sich prächtig: „Wir bauen uns gegenseitig auf.“ Ihr wünscht sie gute Pferde, damit sie ebenfalls erfolgreich reiten kann.
Miriam Sakellariou ist in Lobberich nicht die erste, die in einer Nationalmannschaft startet. Nationenpreise für Deutschland ritten Karl-Heinz Giebmanns und einen auch Uwe Schmitz.
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