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Radsport: London – Edinburgh und zurück in 116 Stunden

VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 15.07.2009

Die Tourenfahrer Karl-Josef Kluth und Bernd Rohde vom Radsportverein Blitz Viersen bereitet es jetzt schon Sorgen, ob es mit dem Linksverkehr hinhaut . Die Radonneure brechen am Sonntag, 26. Juli, zum Radmarathon London-Edinburgh-London, der der längst seiner Art ist, auf.

"Wir haben uns vorgenommen, das Ziel am Donnerstag, 30. Juli, nachmittags zu erreichen. Die Zeit ist zweitrangig", sagen Bernd Rohde und Karl-Josef Kluth.  Foto: Paul Offermanns
"Wir haben uns vorgenommen, das Ziel am Donnerstag, 30. Juli, nachmittags zu erreichen. Die Zeit ist zweitrangig", sagen Bernd Rohde und Karl-Josef Kluth. Foto: Paul Offermanns

Nach dem Start in Cheshunt, 16 Kilometer nordöstlich von London, fahren sie über Thurlby, Thorne, Alston nach Edinburgh und zurück: 1400 Kilometer mit 10100 Höhenmetern. Zeit:116 Stunden.

"Wir haben uns vorgenommen, das Ziel am Donnerstag, 30. Juli, nachmittags zu erreichen. Die Zeit ist zweitrangig", sagen die beiden: "Wir wollen zusammen in London ankommen." Sie wollen versuchen, in den Nächten möglichst nicht durchzufahren, "obwohl wir das in diesem Frühjahr öfters trainiert haben."

Der Dülkener Karl-Josef Kluth und der Breyeller Bernd Rohde glauben, dass sie mit jeweils drei Stunden Pause und Schlaf hinkommen: "Bei solchen extremen Ausdauerleistungen reicht das für Essen, Waschen und Toilette. Eventuell muss Radhose und -trikot gewechselt werden und Ruhen." Dann heißt es wieder: "Treten, treten, treten."

Kluth, 51, fährt erst seit drei Jahren solch lange Strecken. "Für mich ist dieser Radmarathon die erste große Herausforderung als Randonneur", sagt er. Bernd Rohde, 57, nahm vor sechs Jahren erfolgreich an der "Mutter" aller Radmarathons, Paris-Brest-Paris, 1200 Kilometer, teil. Die Vorbereitungen für das sportliche Abenteuer in Großbritannien, wo 600 Fahrer aus 30 Ländern, davon 39 Deutsche, starten, haben für beide schon im Spätsommer des Vorjahres begonnen.

Sie fingen mit mehreren Radmarathons über 200 Kilometer an und steigerten dann die Streckenlängen kontinuierlich auf 300, 400 und 500 Kilometer. Sie fuhren mehrmals in Belgien und den Niederlanden zwischen 200 und 300 Kilometer. Im Winter wurde dann auf Spinning-Räder und auch auf der Straße trainiert. Im April fuhren beide 600 Kilometer nonstop vom Niederrhein nach Chemnitz in Sachsen, in 32 Stunden.

Ende Juni war für beide die letzte harte Prüfung: drei Ländertouren, 610 Kilometer über Eifel, Ardennen, Vogesen in 34 Stunden. "Hier erfuhren wir noch mal den Gefühlszustand, sich mit positiven Gedanken über Krisen und auftretenden Halluzinationen hinwegzusetzen", sagen Kluth und Bernd Rohde. Sie haben 2009 schon zirka 10 000 Trainingskilometer in den Beinen. 1400 kommen nun auf der britischen Insel dazu.

Quelle: RP

 
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