Fußball: Manko im Sturm, aber hinten ein Bollwerk
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 19.02.2008Eigentlich könnte sich John Hesen auf die Schulter klopfen. Aber dafür ist der Niederländer nicht der Typ. Lieber verteilt er das Lob für das Ergebnis der vergangenen anderthalb Jahre, in denen Hesen den SC Waldniel von der Kreisliga A ins obere Mittelfeld der Bezirksliga geführt hat, auf die Schultern seiner Spieler.
„Die sind richtig fleißig und machen das, was ich ihnen sage“, hat Hesen bemerkt. Offenbar findet der Trainer immer die richtigen Worte. Denn der SC Waldniel steht so gut da, wie seit Jahren nicht.
Doch kein Trainer geht ohne Verbesserungsvorschläge durch eine Saison. Auch John Hesen nicht. „Was uns fehlt, ist die Konstanz“, sagt er. Nach zunächst nur einem Punkt aus vier Spielen folgten acht Duelle ohne Niederlage. „Aber dann haben wir in nur einer Woche gegen beide Rheydter Mannschaften verloren“, erinnert Hesen. Auch mit der Torausbeute hat der Coach so seine Probleme. Sogar Viktoria Rheydt, das auf einem Abstiegsplatz steht, hat mehr Tore geschossen als der Sport-Club. „24 Treffer in 17 Spielen – das ist zu wenig“, weiß Hesen. Deshalb steht in der Vorbereitung vor allem eins auf dem Plan: Automatismen einstudieren. „Wir proben immer wieder Spielsituationen sowie den Torabschluss nach Flanken und Standard-Situationen“, verrät Hesen.
Dabei muss er aber auf vier Spieler verzichten. Lars Tscheslog hat wegen anhaltender Knöchelprobleme seine Fußball-Schuhe an den Nagel gehängt. Kadir Paksu wechselte zu TIV Nettetal. Patrick Irmen fällt mit einer Bänderdehnung ebenso aus wie Jan Beerens mit Schmerzen am Knie. Dafür nominierte Hesen die beiden Angreifer Pascal Petridis (20 Jahre) und Tobias Arnold (22) aus der Reserve für die Erste Mannschaft. „In der Rückrunde werde ich immer wieder Spieler aus der Reserve und der A-Jugend einsetzen“, kündigt der Trainer an. Schon in den Tests gegen den SV Lürrip (1:0), Blau-Weiß Meer (2:3) und Viktoria Katzem (2:2, ein Tor schoss Co-Trainer Toni Lanz) wagte Hesen einige Experimente. „Am Sonntag beim Heimspiel gegen Landesligist Spvgg Odenkirchen soll die Mannschaft aber stehen“, gibt der Trainer seinem 20 Mann starken Kader noch die Chance, sich in den nächsten Tagen aufzudrängen. Schwerer als für die Stürmer, sich zu empfehlen, wird es für die Defensivakteure. Denn die Dreierkette vor dem bislang starken Torhüter Kai Schink hat nur 18 Gegentore zugelassen. „Das ist gut“, lobt John Hesen.
Grund zum Ausruhen ist das aber nicht. „Wir sind jetzt Sechster. Also will ich noch Fünfter werden“, fordert der Trainer. „Und wenn wir das erreicht haben, will ich Vierter werden.“ Wenn der Sport-Club weiter so erfolgreich spielt, ist das machbar. Dann werden sie John Hesen erst recht auf die Schulter klopfen. Nur einer nicht: er selbst.
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