Nur nicht wasserscheu
VON ELFI VOMBERG - zuletzt aktualisiert: 26.09.2006Nettetals Segler ermittelten ihre Stadtmeister. Auf dem de Wittsee herrschten perfekte Bedingungen.
Ergebnisse
Jugendliche: 1. Sebastian Blawath, 2. Fabienne Hammans, 3. Lukas Wirtz und Lukas Niehusmann
Erwachsene: 1. Thomas Schicke, 2. Claudia Vogt und Hannelore Blawath, 3. André Czaja und Nathalie Fredrich.
Nervös streicht sie sich die Haare aus der Stirn und sieht skeptisch zum anderen Ufer hinüber, wo sich die Bäume im Wind biegen. Was vorhin noch eine leichte Brise war, hat sich zum regelrechten Wind entwickelt. Die Jugendlichen der Wassersportfreunde am de Wittsee stehen noch am Ufer und lassen sich Zeit mit dem Präparieren der Segelboote. Josef Frank wird langsam ungeduldig: „Wir starten in wenigen Minuten. Alle anderen Boote sind schon im Wasser. Überlegt schnell, ob ihr mitmacht oder nicht“, mahnt der Regattaleiter der Stadtmeisterschaft am Wittsee.
Für ihn war schon morgens klar, dass ein guter Tag bevorsteht. Ein Blick aus dem Fenster, und Josef Frank fühlte sich regelrecht kaiserlich: „Blauer Himmel und ein schöner Wind von Süden – das sind perfekte Bedingungen für uns.“
Die Boote werden ins Wasser gehievt, und Lena Kitschen (16) trifft die letzten Vorbereitungen an ihrer Europe. Vorsichtig streicht sie über das weiße Segel und sieht skeptisch zu den Bäumen am anderen Ufer. „Ich versteh nicht, warum ihr Angst habt zu kentern. Unter der Dusche werdet ihr auch nass, das ist doch nicht schlimm“, bemerkt Josef Frank lachend.
Das hat gesessen: Trotzig schieben die jungen Segler ihre Boote ins Wasser, werfen einen letzten Blick auf den Kurs und stechen schließlich in See. Josef Frank macht sich derweil mit seinem verbeulten Megaphon auf den Weg zum Steg und gibt das Signal an. „Noch fünf Minuten“, tönt es über den See. 15 weiße Segel leuchten in der Sonne und tänzeln auf dem leichten Wellengang.
Da wird der 57-jährige Regattawart jedes Mal aufs Neue ein wenig melancholisch: „Ich wäre schon gerne mit dabei. Einfach am Rand zuzusehen, obwohl man früher immer mitgesegelt ist, ist schon etwas traurig“, gesteht er und ergänzt lachend: „Aber so ist der Job nun mal. Der Schiedsrichter beim Fußball darf auch nicht mitkicken.“
Bei den Stadtmeisterschaften wurden am Wochenende drei Läufe gesegelt. Nach dem Start läuft es für Lena Kitschen sofort gut. Sie zieht an den anderen Jugendlichen vorbei und meistert fachmännisch die zahlreichen Kreuzschläge. Doch an der ersten Bojenumrundung kippt ihr Boot plötzlich gefährlich nah Richtung Wasser. Das Segel geht hin und her, bis sie es schließlich wieder unter Kontrolle hat. Doch dieser windige Zwischenfall hat erst einmal die Führung gekostet.
Nach den ersten drei Runden ihr vorläufiges Fazit: „Es ist nicht schlecht gelaufen, aber ich muss beim nächsten Mal das Segel vorab noch besser trimmen. Irgendetwas war komisch“, meint Lena nachdenklich.
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