Handball: Pleite gegen den Letzten
VON WILTRUD WOLTERS - zuletzt aktualisiert: 26.01.2009In der Handball-Oberliga unterlag Aufsteiger Dülken in der Ransberghalle 30:31 gegen Wülfrath.
"Es war irgendwie kein Feuer drin, fast Friedhofsstimmung", sagte Torhüter Kai Hebben.Falls es noch eines Beleges bedurfte, dass man in der Oberliga gegen jeden Gegner 100-prozentig engagiert zu Werke gehen muss, dann haben die Handballer der SG Dülken ihn jetzt. Gegen Schlusslicht TB Wülfrath gab es nach schwacher Leistung eine verdiente 30:31-Niederlage. "Wir haben uns schwer getan und schlecht in der Abwehr gespielt. Es hätte mehr drin sein können", sagte Trainer Goran Sopov.
Die Gäste legten direkt nach der Pause die Grundlage für den wichtigen Auswärtssieg, als sie vom 15:15 auf 21:15 davon zogen. In dieser Phase stimmte im Spiel der SG nichts. Mit Hilfe einer offenen Manndeckung, die die SG mit Ausnahme der Unterzahlsituationen bis zum Ende spielte, luchste die Abwehr den Wülfrathern zwar etliche Bälle ab. Es reichte aber nur, um wieder Anschluss zu finden. Denn Dülken stand in der Abwehr nicht sicher und zeigte auch im Angriff Schwächen.
Nicht gut getroffen
Ladehemmung Dülken traf gegen den TB Wülfrath nicht gut. Es gab verworfene Siebenmeter, Gegenstöße und vergebene Würfe von allen Positionen.
Tore Sebastian Sips (8), André Indenhuck (5), Tobias Reich (5), Sven Weber (5), René Landwehrs (2), Niklas Weiß (2), Roland Graefe, Steffen Sips und Niklas Voß.
Kein Tempo, zu wenig Bewegung
Dem Spiel der SG fehlte das Tempo und die Bewegung. André Indenhuck, René Landwehrs, Sven Weber und Roland Graefe mühten sich zwar, den entscheidenden Schlüssel, Wülfraths Deckung auseinander zu nehmen, fanden sie aber nicht. Die Dülkener ließen sich immer wieder in Einzelaktionen treiben. Dennoch verkürzte die SG in der 50. Minute zum 24:26.
Wülfrath wankte in dieser Phase, wurde gegen die offene Manndeckung immer nervöser. Doch die SG machte den Gästen das Siegen leicht, denn selbst in doppelter Überzahl nutzten die Dülkener ihre Möglichkeiten nicht. So vergab beispielsweise Niklas Weiß zweimal freistehend. Passend zur Gesamtleistung scheiterte Sebastian Sips beim 30:31 vom Siebenmeterpunkt.
Es wäre zu einfach, die Niederlage allein am Fehlen von Heider Thomas fest zu machen. Doch der Rückraumspieler musste aufgrund einer Verletzung im Rücken pausieren und fehlte dem Spiel der SG deutlich. Nicht nur im Angriff, sondern vor allem auch im Abwehrzentrum. Ohne ihn und ohne den Langzeitverletzten Mark Kämmerling fehlte der etatmäßige Mittelblock und damit nicht nur die Größe, um Bälle abblocken zu können.
Thomas wird vermutlich auch kommende Woche nicht dabei sein. "Ich soll eine Kernspintomographie machen lassen", sagte er. Insgesamt passten die Abstimmung und das Zusammenspiel mit dem Torhüter nicht. "Ich weiß auch nicht. Es war irgendwie kein Feuer drin – fast Friedhofsstimmung", sagte Torhüter Kai Hebben, der kaum einen Ball zu fassen bekam.
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