Taekwondo: Plötzlich stand es 9:9
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Der Bezirk Düsseldorf gewann in der Dülkener Ransberghalle die Landesmeisterschaft im Taekwondo. Der Waldnieler Timo von Schmeling gehörte zum Team. Pech hatte er, als er einen Kampf in der Verlängerung verlor.
Der Bezirk Düsseldorf gewann erneut die Landesmannschaftsmeisterschaft im Dülkener Sportzentrum Ransberg vor Münster/Detmold, Köln und Aachen. „Ich finde, wir haben souverän gewonnen“, meinte Bezirkstrainer Frank Hooge: „Hinzu kam, dass wir zwei Gegner weniger hatten als der Vizemeister Münster/Detmold.“ Zur Siegermannschaft gehörten Kai Heyer (TG Jeong Eui Nettetal), Celil Aktas, Mirsad Bayrami, Ruth Neumann und Timo von Schmeling (alle Oh-Do-Kwan Dülken).
Durch Kopftreffer in Rückstand
Im ersten Kampf hatte von Schmeling (A-Jugend, bis 78 kg) keinen Gegner. Im zweiten Kampf verlor er unglücklich mit einem Golden Point in der vierten Runde. „Wer dann den ersten Punkt hat, hat gewonnen“, erklärte er. Bevor von Schmeling in die erste Runde ging, schlug er per Handschlag alle Teamkameraden kurz ab. „Das ist ein Ritual, dass wir vor jedem Kampf machen“, so der 15-Jährige. Zunächst führte der Dülkener 9:6. „Nach drei Sekunden stand es dann plötzlich 9:9.“ Und er verstand die Welt nicht mehr. Aber sein Gegenüber Sezer Güler von Münster/Detmold hatte ihm einen Kopftreffer verpasst, der gleich drei Punkte zählte.
„Ich fand, dass ich im Angriff gut war“, meinte von Schmeling, „aber Sezer Güler hat durch meine Fehler schließlich gewonnen. Dadurch, dass ich angegriffen habe, kam es immer wieder zu Schusswechseln. Und er bekam dadurch kurioserweise mehr Punkte zugesprochen“, ärgerte er sich über den unglücklichen Gleichstand. Der „Paldung Chagi“, ein Fußspannschlag, bescherte dem aus Waldniel kommenden Kämpfer dann die Niederlage in der Verlängerung. Ohne Verschnaufpause saß er dann wieder zwischen seinen Vereinskameraden und feuerte seine Teamgefährten an. Und blies dabei kräftig in die Tröte.
Schwarzgurt-Prüfung bestanden
Timo von Schmeling kämpft seit fünf Jahren für die KSG Oh-Do-Kwan Dülken. „Gerade habe ich meinen ersten Dan, den Schwarzgurt, abgelegt. Ich bin dadurch nun noch motivierter“, erzählte er mit Stolz: „Das ist der Anfang eines Fortgeschrittenen. Ich darf jetzt auch gegen Leute kämpfen, die den Schwarzgurt tragen.“
Am liebsten kämpft Timo von Schmeling in der Konkurrenz Vollkontakt. Er war Sieger beim Euregio-Cup in Nettetal, verlor beim Parkpokal in Sindelfingen erst gegen einen Kämpfer aus der griechischen Nationalmannschaft und startet am kommenden Wochenende bei den Landesmeisterschaften in Gladbeck. „Das sind schon die Titelkämpfe für 2008. Die Chancen stehen gut für mich. Ich gehöre nun zu den älteren Kämpfer, weil andere in nächste Klasse aufgerückt sind“, so von Schmeling. „Mein Ziel sind die Deutschen Meisterschaften. Darüber will ich die Teilnahme bei den German Open schaffen“, berichtete er. Er trainiert bei seinem Heimtrainer Thomas Schneider, Bezirkstrainer Frank Hooge und Weltmeister und Olympiateilnehmer Aziz Archarki. „Das bringt mir viel“, sagt er. Das findet er toll: „Der Bezirkstrainer coacht mich bei allen Turnieren, auch wenn er aus seinem Verein keinen Aktiven dabei hat.“
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