Fußball: Schepers’ Dopperolle: verteidigen und treffen
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 20.10.2006Fussball Phillip Schepers ist kein Mann der lauten Worte. Wenn einer in der Abwehr des SC Union Nettetal etwas zu sagen hat, dann sind es die anderen. Tim Wagner als neuer letzter Mann des Landesligisten. Sebastian Stempel, der nun die Position vor der Abwehr inne hat. Schepers ist selten unter den Wortführern. Der Manndecker ist einer der Jungen im Team von Trainer Georg Mewes. Da gilt es zunächst, sich zu etablieren. „Ich bin ohnehin eher ein stiller Typ und konzentriere mich auf meine Aufgaben in der Defensive“, sagt der 21-Jährige.
Zu seinem Aufgabenfeld gehört neuerdings auch, bei eigenen Ecken und Freistößen mit nach vorne zu gehen. Das hat Mewes so bestimmt. „Ich habe im Training gemerkt, dass der Junge einen Torriecher hat“, erklärt der Coach. Den hat Schepers bislang unter Beweis gestellt. Zunächst traf der Lobbericher gegen die Reserve des SV Straelen. Dann netzte er im Pokal gegen die TSF Bracht ein. Es folgten seine Saisontore Nummer zwei und drei in der Liga: zum 1.1- Endstand in Odenkirchen und der Ausgleich beim 2:1 gegen Düsseldorf-West. „Damit habe ich schon zwei Tore mehr gemacht als in der Saison zuvor“, sagt Schepers, der seit der Fusion 1996 für Union spielt.
Eine Tormarke steckt er sich aber nicht. „Ich bin Manndecker. Da ist es erstmal wichtig, dass wir keine Gegentore kassieren.“ Zwölf Mal mussten die Torhüter Christian Hechler und Michael Vieten hinter sich greifen. Das ist einer der besten Werte der Liga. Nur TuS Grevenbroich hat weniger Tore zugelassen.
Gegen eben dieses Bollwerk müssen die Nettetaler am Sonntag (15 Uhr) ran. Dort will Mewes die Auswärtsbilanz (vier Spiele, vier Punkte) aufbessern. „Wir gehen in die richtige Richtung“, hat der Trainer erkannt. Dabei will er sich selbst bei einem der „Aufstiegs-Anwärter“ (Mewes) nicht von seinem Weg abbringen lassen. „Wir ziehen unser Spiel durch. Egal, wie der Gegner heißt.“ Schepers hat gemerkt, dass er und seine jungen Kollegen (die Mannschaft am vergangenen Sonntag war 22,9 Jahre alt) sich gegen Teams aus dem oberen Tabellen-Drittel leichter tun. „Nur mit der Konstanz ist das bei uns noch so eine Sache“, ärgert sich der Auszubildende zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel. „Wir haben noch enorme Leistungs-Schwankungen.“
Der Manndecker will nach zuletzt einem Sieg und zwei Unentschieden dazu beitragen, dass die kleine Serie in Grevenbroich anhält. Zunächst mit einer gutem Spiel in der Verteidigung. Wenn es sein muss, aber auch mit einem Tor.
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