Fußball: Süchtelner Selbstzufriedenheit
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010Neben dem Auslassen vieler Torchancen ist sie das große Manko des Fußball-Bezirksligisten. Läuft es rund, meinen einige Spieler, dass es auch mit weniger Einsatz geht. Dieser Einstellung will Trainer Christoph Kempers vorbeugen.
Eigentlich ist Christoph Kempers mit der Hinserie zufrieden. Der ASV Süchteln, die Mannschaft, die er im vergangenen Sommer übernommen hat, steht auf Platz drei der Bezirksliga-Tabelle. Mit nur 13 Gegentreffern in 16 Spielen stellt sie die beste Defensive der Liga und hat mit fünf Zählern Rückstand auf den Spitzenreiter eine gute Position in der Verfolgerrolle. Doch Christoph Kempers ist auch unzufrieden.
"Wir haben noch mehr Potenzial, das wir noch nicht ausgeschöpft haben", sagt der Trainer. Damit meint er vor allem die Offensive, die in 16 Spielen nur 29 Treffer produziert hat. Mit je sechs Toren sind Sven Schuffels und Yannick Meurer die erfolgreichsten Schützen. "Da geht noch mehr", weiß Kempers. "Aber dafür müssen wir arbeiten, arbeiten, arbeiten."
Die Testspiele
Spiel eins Ein 3:0-Sieg bei A-Ligist Viktoria Anrath.
Spiel zwei Ein 7:0-Sieg gegen Bezirksligist VSF Amern.
Spiel drei Eine 1:5-Niederlage bei Landesligist TuS Bösinghoven.
Spiel vier Eine 0:3-Niederlage bei Bezirksligist DJK/VfL Willich.
Spiel fünf Bei Bezirksligist VfB Uerdingen am Samstag, 15 Uhr.
Selbstzufriedenheit als Manko
Eben das ist manchmal das Manko der Süchtelner. Nach Erfolgen geben sie sich zu schnell zufrieden. Das war auch in der Vorbereitung so: Nach dem Titel bei der Hallen-Stadtmeisterschaft und Platz drei beim Masters sowie zwei lockeren Testspielsiegen gab es zuletzt zwei Klatschen. "Das lag an der Selbstzufriedenheit einiger Spieler", sagt Kempers. Als weiteren Grund lässt er nur fehlende Spielpraxis gelten.
Denn wie alle Mannschaften haben auch die Süchtelner, bei denen Kempers bemüht ist, alle 20 Spieler in den Testspielen einzusetzen, Probleme mit dem Wetter. Erst seit dieser Woche trainiert der ASV auf einem geräumten Platz, zuvor mussten sich die Spieler durch den Schnee wühlen oder in die Halle ausweichen. "Da kann man natürlich kein spezifisches Training aufziehen", sagt Kempers. "Auch wenn das schnelle Spiel in der Halle die Jungs natürlich anstrengt." Um richtig etwas für die Kondition zu tun, geht der 34-Jährige mit seiner Mannschaft aber lieber nach draußen. "Weil es auf den Höhen aber zu dunkel ist, laufen wir dann auf den beleuchteten Straßen rund um die Landeskliniken."
Um der Selbstzufriedenheit vorzubeugen, such Christoph Kempers vor allem das Gespräch mit seinen Spielern. "Wir dürfen nicht nachlässig werden", sagt er ihnen. Und: "Nur 90 Prozent Einsatz reichen in dieser Liga gegen keinen Gegner." Erst nach den ersten vier Liga-Spielen will der Trainer, dessen Team nur eins der vergangenen zehn Spiele verloren hat, abschätzen, wohin die Reise geht. Es sind verhältnismäßig leichte Aufgaben.
"Das mindeste Ziel ist, dass wir auch am Saisonende auf Platz drei stehen", sagt er. "Im besten Fall schaffen wir es sogar noch, aufzusteigen." Alles, was darunter ist, wird als Misserfolg gewertet. "Dann interessiert es auch keinen mehr, dass wir eigentlich eine gute Hinrunde und gute Hallen-Turniere gespielt haben."
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