Willich: 17 Sekunden für den Würfel
VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Willich (RPO). Der 16-jährige Fabian Auroux aus St. Tönis ist ein Ass am Zauberwürfel. Nächste Woche startet er bei den Deutschen Meisterschaften. Heute geht es zu einem Turnier nach Lemgo. Mit dabei: Weltmeister Breandon Vallance.
St. Tönis Fabian Auroux kneift kurz die Augen zusammen, dann geht alles blitzschnell. Der 16-Jährige dreht und wendet den Zauberwürfel in seinen Händen, dass sich der Betrachter eine Zeitlupe wünscht. Jede Drehung klackert ein bisschen. Klack, klack, klack. Dann ist Fabian Auroux fertig. Egal, wie verdreht der Würfel mit seinen verschiedenfarbigen Flächen auch sein mag: Der junge Mann aus St. Tönis bringt ihn in rund 17 Sekunden wieder in die Ausgangsposition. So viel Talent scheut den Wettbewerb nicht: Am kommenden Wochenende, 11. und 12. September, nimmt Auroux an den Deutschen Zauberwürfel-Meisterschaften in Bottrop teil. Heute geht es zu einem Turnier nach Lemgo.
Das Solitärspiel
Erfindung Der Zauberwürfel gilt als Solitärspiel. Erfunden wurde er Jahren vom Bildhauer, Architekten und Designer Erno Rubik.
Ausführungen Mittlerweile gibt es verschiedene Versionen des Zauberwürfels, die sich vor allem durch die Anzahl der Farbfelder pro Würfelseite unterscheiden.
Wettkampf Die Deutsche Meisterschaft findet am 11. und 12. September in Bottrop statt.
Besuch vom Weltmeister
Auf dem Weg dorthin hat Fabian Auroux einen echten Weltmeister an seiner Seite: Breandon Vallance (18). Kennengelernt haben sich der Schotte und Auroux bei einem Zauberwürfel-Turnier in Frankreich. Seit ein paar Tagen ist Valance zu Besuch bei Fabian Auroux. Immer wieder drehen sie ihre Würfel. Erfunden hat sie Erno Rubik vor mehr als 30 Jahren und damit einen weltweiten Kult ausgelöst. Ziel ist es, dass jede Seite des Würfels wieder eine einheitliche Farbe aufweist – nachdem das Spielzeug mit raschen Drehungen kräftig durcheinander gewirbelt wurde.
Es gibt kaum einen, der das flotte Solitärspiel noch nicht in Händen hielt. Und fast jeder ist darüber schon mal verzweifelt. Wenn Fabian Auroux und Breandon Vallance zum Würfel greifen, ist Staunen angebracht. Staunen über das beeindruckende Tempo, mit denen sie die Lösung herbeizaubern.
"Cuber" nennen sich die Könner am Zauberwürfel. Was sie brauchen ist mathematisches Vorstellungsvermögen. Der Würfel funktioniert ähnlich einer mathematischen Gleichung, bei der unterschiedliche Lösungswege möglich sind. Gesucht wird der schnellste. Dafür sind gewisse Reihenfolgen von Zügen erforderlich. Algorithmen nennen die Cuber diese. Fabian Auroux beherrscht rund 50 solcher Algorithmen. Zur Lösung benutzt er die so genannte Fridrich-Methode. Der Würfel wird dabei sozusagen Ebene für Ebene gelöst.
Geweckt wurde die Begeisterung von Fabian Auroux durch seinen älteren Bruder Sébastien (24). Er studiert in Aachen. Mathematik. Natürlich. Den immer wieder neuen Nervenkitzel des Zauberwürfels hat er durch einen Kommilitonen kennengelernt. "Das Spannende ist ja: Es gibt unzählige Möglichkeiten. Der Zauberwürfel wird nie langweilig", sagt Fabian Auroux. Das hat inzwischen auch Mutter Sigrid erfahren: Auch sie grübelt hin und wieder über dem Zauberwürfel.
Das Können von Fabian Auroux kann man auch auf Internetplattformen wie youtube bestaunen. Dort gibt es Videos von ihm. Sein Ziel für die Deutsche Meisterschaft: eine neue persönliche Bestzeit aufstellen. FRAGE DES TAGES
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