Willich: Am Flughafen wird gespart
VON ANDREAS CÜPPERS UND HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 19.10.2010Willich (RPO). Die Flughafengesellschaft Düsseldorf, der ein Großteil des Mönchengladbacher Flughafens gehört, möchte die jährlichen Verluste halbieren. Dafür sollen bestimmte Einrichtungen abgeschafft oder eingeschränkt werden.
Ferdinand Lutter wird in diesen Wochen besonders hellhörig, wenn es um Nachrichten aus Düsseldorf geht. Der Schiefbahner ist Vorsitzender des "Bürgervereins gegen Fluglärm".
Viele Jahre kämpften die Mitglieder gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Mönchengladbach. Die Verlängerung der Landebahn, damit auch größere Maschinen in Willichs Nachbarstadt landen können, ist aktuell nicht mehr in der Diskussion.
Stattdessen – und das sind Nachrichten, die Ferdinand Lutter und seine Mitstreiter gerne vernehmen – plant die Betreibergesellschaft Einsparungen am Niers-Airport. Die Düsseldorfer Flughafengesellschaft, der 70 Prozent des Flughafens in Mönchengladbach gehören, will das Eigenkapital der Gladbacher Betreibergesellschaft erheblich senken.
Es soll von derzeit rund 16 Millionen Euro auf nur noch eine Million Euro reduziert werden. Die Stadt Düsseldorf, der der Flughafen in der Landeshauptstadt zur Hälfte gehört, hat darüber unlängst im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung abgestimmt.
So geht es weiter
Politik Nachdem der Düsseldorfer Stadtrat den Plänen der Flughafengesellschaft zugestimmt hat, wird das Ganze demnächst noch Thema im Mönchengladbacher Rat.
Beteiligung Die Stadt Mönchengladbach hält über die 50-prozentige Tochtergesellschaft NVV knapp 30 Prozent am Gladbacher Flughafen.
Entscheidung Endgültig abgesegnet werden die Pläne wohl am 17. Dezember. Dann tagt zunächst der Aufsichtsrat des Flughafens, anschließend ist die Gesellschafterversammlung. Die Stadt Willich, mit 0,006 Prozent am Airport beteiligt, wird dabei durch die Technische Beigeordnete Martina Stall vertreten.
Derzeit muss Düsseldorf die jährlichen vier bis fünf Millionen Euro Verlust des Gladbacher Flughafens ausgleichen. Diese Zahlung will man auf 2,5 Millionen Euro drücken.
Das bestätigte Christoph Blume, Geschäftsführer des Düsseldorfer Flughafens und in Mönchengladbach Vorsitzender des Aufsichtsrates. Er betonte zwar, dass man entschlossen sei, den Flughafen am Niederrhein weiter führen zu wollen, gleichwohl seien operative Maßnahmen geplant.
Dazu gehört, dass bestimmte Einrichtungen des Flughafens abgeschafft oder eingeschränkt werden sollen. Ein Beispiel ist die Feuerwehr, die darauf ausgerichtet ist, dass in Gladbach Passagiermaschinen starten und landen. Das ist aber schon seit längerer Zeit nicht mehr der Fall.
Herabstufung des Flughafens?
Gemunkelt wird zudem über eine Herabstufung des Flughafens in Mönchengladbach. Offiziell ist der als Verkehrslandeplatz eingestuft. Eine Herabstufung auf einen Landeplatz würde dazu führen, dass bestimmte Einrichtungen abgeschafft werden. Das Instrumenten-Landesystem (ILS) würde beispielsweise nicht mehr gebraucht. Auch im Tower würden einige Aufgaben wegfallen.
"Eine Herabstufung des Flughafens wäre ein ganz großer Erfolg für uns", sagt Ferdinand Lutter. "Dann hätten wir in etwa wieder den Status wie vor 20 Jahren." Sport- und Schulflieger müssten dann nämlich auch wieder vorgeschriebene Routen fliegen, so der Flughafen-Gegner. "Und die liegen möglichst nicht über bewohnten Gebieten."
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