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Willich: Auf Parkplatz niedergestochen

VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008

Willich (RPO). Eine 31-jährige Frau ist gestern in Willich durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei fahndet nach ihrem getrennt lebenden Ehemann (36) als mutmaßlichen Täter. Eine kleine Tochter war Zeugin der Tat.

Auf offener Straße wurde die Frau niedergestochen.  Foto: RPO
Auf offener Straße wurde die Frau niedergestochen. Foto: RPO

Die Anwohner in Wekeln sind entsetzt: Auf offener Straße ist gestern Mittag eine Frau mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Ihr getrennt lebender Ehemann ist dringend tatverdächtig, sie niedergestochen zu haben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat innerhalb der türkischstämmigen Familie aus. Die Kripo spricht von einem versuchten Tötungsdelikt.

Die Bluttat ereignete sich auf dem Parkplatz an der Ecke Bonnenring/Smaragdweg in Wekeln. Um 12.40 Uhr war die Polizei Viersen alarmiert worden, weil eine von einem Mann zusammengeschlagene, schwer verletzte Frau auf dem Parkplatz liege, so Willy Theveßen, Sprecher der Mönchengladbacher Polizei, die die Ermittlungen übernommen hat. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist ein Streit zwischen den getrennt lebenden, Eheleuten eskaliert.

Info

Großfahndung

Die Polizei löste eine Großfahndung mit Hundertschaft und Hubschrauber aus, ermittelt im Bekannten- und Verwandtenkreis des Tatverdächtigen und sucht Anlaufadressen unter anderem in Krefeld auf. Auf eine öffentliche Fahndung verzichtet sie, weil sie den Mann für zu gefährlich hält.

Eine Nachbarin berichtete, der Mann habe seine Frau zur Rücknahme der Scheidung bewegen wollen. Der 36-jährige Noch-Ehemann, so die Polizei, habe seine Frau mit mehreren Messerstichen verletzt: Sie wurde vom Notarzt noch am Tatort versorgt. Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, das Opfer in ein Spezialkrankenhaus gebracht. Nach Auskunft der Ärzte besteht akute Lebensgefahr. Der Täter flüchtete nach dem Verbrechen, die Polizei löste sofort eine bis zum Abend erfolglose Großfahndung auch mit Hubschraubereinsatz aus.

Kleine Tochter sah das Verbrechen

Am Tatort sind Blutspuren, Kleidungsstücke, eine Handtasche und Schuhe der Frau zu sehen. In einem Pflanzenbeet liegen Puppe und Mütze – eine der beiden Töchter, vier Jahre alt, hatte die Tat mit ansehen müssen. Nachbarn der in Wekeln lebenden Frau kümmerten sich sofort um das Mädchen. Sie brachten es in ein nahes Kinderspielhaus, um es abzulenken. Eine weitere neunjährige Tochter war zur Tatzeit noch in der Schule. Beide Kinder sind inzwischen in der Obhut von Angehörigen.

Zur Spurensicherung kam ein Team der Polizei Mönchengladbach nach Willich, die Experten in Schutzanzügen wurden von zahlreichen Bürgern bei ihrer Arbeit beobachtet. Eine schockierte Frau, die mit ihrer Familie nahe dem Platz wohnt, berichtete einem Beamten, sie wisse, dass ihr kleiner Sohn die Ereignisse zumindest in Teilen gesehen habe. Sie fragte, wo sie Hilfe bekomme, falls das Kind Angst bekäme. Eine Anwohnerin erzählte, dass sie ihren Kindern wegen des flüchtigen Täters gesagt habe, niemandem die Tür zu öffnen.

Quelle: RP

 
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