Stadt Willich: Der Weg der FDP zu einer "schwarzen Null"
VON WILLI SCHÖFER - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Stadt Willich (RPO). "Meine Tochter möchte gerne in ein Fast-Food-Restaurant. Wer ist bei ihr beliebter: meine Frau, die meiner Tochter das verbietet oder ich, der es ihr erlaube?"
Mit diesem Beispiel machte der haushaltspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Otto Fricke (Krefeld), deutlich, dass die Zeiten einer "Gefälligkeitspolitik" endgültig vorbei seien. Es bedürfe einer enormen Kraftanstrengung aller, die Schulden zu senken und alles hin zu einer "Schwarzen Null" auf den Prüfstand zu stellen, sagte Fricke bei einer Veranstaltung des FDP-Stadtverbandes Willich.
Gekommen waren nicht nur die Liberalen, die ihren "Masterplan Schwarze Null" vorstellten. Unter den etwa 70 Gästen waren auch Ratsmitglieder von CDU, SPD und den Grünen, angeführt von Vize-Bürgermeister Dieter Lambertz. Lambertz erinnerte wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd-Dieter Röhrscheid daran, dass in Willich, so beim Gewerbegebiet Münchheide oder beim Schwimmbad, vieles in die Zukunft investiert worden sei. Röhrscheid: "Hätten wir das nicht getan, sähe es in Willich ziemlich grau aus."
FDP-Ratsherr Karl-Heinz Koch führte durch die zweieinhalbstündigen Vorträge und Diskussionen, bei denen auch der innenpolitische Sprecher der FDP im Landtag, Horst Engel, ein Plädoyer für rigorosen Schuldenabbau hielt. Neben der Durchforstung der städtischen Ausgaben, auch des Personals, müssten alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand.
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Hans-Joachim Donath erläuterte den "Finanzkompass" seiner Partei, der unter anderem eine stärkere Transparenz der politischen Entscheidungen und eine größere Beteiligung der Bürger und Vereine vorsieht. Für ihren "Masterplan" hatten die Willicher Liberalen kurz zuvor von Horst Engel eine Urkunde erhalten. Dieter Lambertz merkte an, dass eigentlich Kämmerer Willy Kerbusch diesen Preis verdient hätte: "Er war mit seinen Ideen, uns aus der Krise zu führen, der eigentliche Vordenker."
Marketing-Konzept
Die FDP legte an dem Abend zudem ihr Konzept für ein besseres Marketing und einen stärkeren Einzelhandel in Willich vor. Darin wird unter anderem die Bildung eines Stadtmarketingvereins vorgeschlagen, dem unter anderem die Werbegemeinschaften, Politiker und Wirtschaftsförderer angehören sollten. Sogar von einem "Kundenparlament" ist die Rede – und davon, jährlich einen "Oscar" für den besten Verkäufer, das beste Schaufenster, den besten Service oder die beste Werbeaktion zu vergeben. Zur Bindung der Kaufkraft soll eine regionale Währung in Willich eingeführt werden: der "Sterntaler".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



