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Stadt Willich: Die Chefs von morgen schulen

VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012

Stadt Willich (RP). Das Hubertusstift Schiefbahn gibt drei angehenden Fachkräften für Altenpflege zurzeit die Gelegenheit, Chef einer geronto-psychiatrischen Pflegegruppe zu sein. Eine Erfahrung, die sie nicht missen möchten, sagen sie.

Jeden Tag gibt es eine Manöverkritik. Carmen Tuchscherer (2.v.r.) bespricht mit (v.l.) Simon Zeler, Angela Siemes und Janine Beckers, wie sie Aufgaben bewältigt haben.  Foto:  Wolfgang Kaiser
Jeden Tag gibt es eine Manöverkritik. Carmen Tuchscherer (2.v.r.) bespricht mit (v.l.) Simon Zeler, Angela Siemes und Janine Beckers, wie sie Aufgaben bewältigt haben. Foto: Wolfgang Kaiser

Sie sind noch in der Ausbildung, aber schon in Chef-Positionen. Noch bis Ende dieser Woche nehmen Janine Beckers und Simon Zeler, Auszubildende zur Fachkraft für Altenpflege, Leitungsafgaben im Wohnbereich Hubertus des Seniorenheims Hubertusstift in Schiefbahn war.

Gemeinsam mit der Praktikantin Angela Siemes beteiligen sie sich an dem Projekt "Drei Wochen lang sind wir die Chefs". Ins Leben gerufen hat esCarmen Tuchscherer, Ausbildungsleiterin in der Altenpflege am Hubertusstift und Leiterin des Wohnbereichs Hubertus.

Projekt betritt Neuland

Was das Hubertusstift versucht, ist nach Angaben der Einrichtung in der Umgebung einmalig: Auszubildende in der Altenpflege sollen die Erfahrung machen, wie es ist, an verantwortlicher Stelle in der Altenpflege zu arbeiten. Petra Ricken vom Fachseminar für Altenpflege der Caritas in Neuss, das die Schiefbahner Auszubildenden zur betriebsübergreifenden Ausbildung besuchen, begrüßt die Initiative von Carmen Tuchscherer. In der Krankenpflege gebe es derartige Projekte häufiger. In der Altenpflege habe sie bislang im Umkreis noch nicht davongehört. Das Fachseminar arbeitet mit Einrichtungen aus der Stadt Düsseldorf und den Kreisen Mettmann, Neuss und Viersen zusammen.

Info

Hubertusstift

Der Träger des Alten- und Pflegeheimes ist die katholische Pfarre St. Hubertus, Schiefbahn

Die Anfänge der Eínrichtung reichen in das Jahr 1897 zurück, als zwei Ordensschwestern der Augustinerinnen aus Neuss sich der ambulanten Kranken- und Säuglingspflege widmeten.

Das Haus bietet heute 116 Bewohnern Platz

"Für uns ist es eine Superchance, Verantwortung zu übernehmen", sagt Simon Zeler aus Schiefbahn. Der 19-Jährige erwägt, nach seiner Ausbildung eine Studium des Pflegemanagements aufzunehmen. "In der Schule arbeiten wir viel mehr nach der Theorie. Hier ist jetzt die Praxis dran", sagt Janine Beckers (20) aus Schiefbahn. Und die 19-jährige Praktikantin Angela Siemes, die im April ihre Ausbildung zur Fachkraft für Altenpflege aufnehmen wird, empfindet die dreiwöchige Projektzeit als Herausforderung: "Jetzt merken wir richtig, an was Frau Tuchscherer immer denken muss", sagt die 19-Jährige.

Carmen Tuchscherer hat für das Projekt die Gunst der Stunde genutzt. Der Ausbildungsplan bringt es mit sich, dass die beiden Auszubildenden und die Praktikantein zeitgleich im Wohnbereich Hubertus, einer geronto-psychiatrischen Pflegegruppe, arbeiten. "Das ist eine Tolle Truppe, die haben den Willen, den Menschen zu dienen", sagt Carmen Tuchscherer. Die jungen Leute seien hoch motiviert, gute Voraussetzungen, um ein solches Projekt zu starten.

Pflegekräfte anleiten und korrigieren, Pflegepläne erstellen, Pflegegespräche führen sind für die drei Schiefbahner Neuland. Doch gerade solche Erfahrungen schon in der Ausbilsdung zu machen hält Carmen Tuchscherer für wichtig. Den angehenden Fachkräften werde immer erzählt, sie lernten einen verantwortungsvollen Beruf. Nun könnten sie in der Praxis erleben, was Verantwortung bedeute. "Sie lernen dabei auch ihre eigenen Grenzen kennen", sagt Carmen Tuchscherer. Zudem sei das Projekt eine gute Examensvorbereitung.

Wenn es nach der Ausbildungsleiterin geht, die nach einem Betriebswirtschaftsstudium im Management in der Industrie gearbeitet hat und mit 42 Jahren eine Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege aufnahm, sollten solche Chef-Projekte Bestandteil der Ausbildung werden. "Alle Pflegeeinrichtungen sind gut beraten, viel und gut auszubilden", sagt Tuchscherer. Das Hubertusstift ziehe sich durch die Ausbildung seine Fachkräfte von morgen heran.

Quelle: RP/rl


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