Stadt Willich: Die Helfer fürs Heimwerken
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Stadt Willich (RPO). Für ältere oder gebrechliche Menschen sind eine defekte Glühbirne oder eine klemmende Schublade nicht so leicht zu reparieren. In Willich hilft seit mehr als einem Jahr der kostenlose Handwerksdienst „Senioren für Senioren“.
Als Ludwig Schoulen von seinem Schwiegervater gebeten wurde, in dessen Haus eine Glühbirne zu wechseln, reagierte er zunächst ein wenig verwundert. „Ich habe gedacht, warum er das denn nicht selbst machen kann“, erinnert er sich. Bis ihm sein 85-jähriger Schwiegervater erklärte, dass ihm das körperlich schlicht nicht mehr möglich sei. Freilich half Schoulen dem Vater seiner Frau sofort.
Die Geschichte hatte ihn aber auf eine Idee gebracht. So wie seinem Schwiegervater müsste es doch vielen älteren Menschen ergehen. Und Menschen wie Schoulen, selbst 63 Jahre alt, aber handwerklich geschickt und leidenschaftlicher Heimwerker, könnte Abhilfe leisten – ehrenamtlich und kostenlos. Schoulen wendete sich an das Freiwilligen-Zentrum in Willich und stieß auf Begeisterung. Da Schoulen nicht alleine zum Hammer greifen wollte, erschien in der Zeitung kurz darauf ein Aufruf unter dem Titel „Heimwerker gesucht“.
„Senioren für Senioren“
Kontakt Altenhilfe Willich, Kaiserplatz 1, Tel. 02154 428055
Öffnungszeiten Montags bis Freitags von 9 bis 13 Uhr
Träger Seniorenbeirat der Stadt Willich, Freiwilligen-Zentrum Willich und Altenhilfe Willich
Mitglied Als Hilfesuchender muss mannicht Mitglied der Altenhilfe Willich sein.
Versicherung Über die Träger der Initiative sind die Handwerker auch versichert.
Team aus fünf Heimwerkern
Das war im Sommer vergangenen Jahres. Inzwischen besteht der Handwerksdienst „Senioren für Senioren“ aus einem Team von fünf Heimwerkern: Otto Schad (65), früher Disponent, Victor Holl (68), ausgebildeter Elektro-Ingenieur, Klaus Weibel (59), gelernter Kupferschmied und der frühere Maschinenbauer Jürgen Hochhuth (70) unterstützen den gelernten Dreher Schoulen.
Das Prinzip des Dienstes ist einfach: Wer Hilfe braucht, ruft bei der Altenhilfe als Träger des Handwerksdienstes an, Schoulen wird informiert und gibt den Auftrag an einen Handwerker aus dem Team weiter. „Wenn einer nicht mehr weiter weiß, ruft er den nächsten an“, erzählt der Initiator.
Das Angebot der Dienstleistung umfasst kleinere Reparaturarbeiten im Haushalt: kaputte Glühbirnen, defekte Schlösser, klemmende Schubladen oder quietschende Türen fallen in das Aufgabengebiet der hilfreichen Senioren. Für Renovierungen oder komplette Umbauten sind die Profis zuständig. „Wir wollen den heimischen Handwerkern schließlich keine Konkurrenz machen“, sagt Otto Schad.
Schätzungsweise 50 Aufträge haben die Männer seit der Gründung des Dienstes abgearbeitet. Man ist sich einig: Es könnten durchaus noch mehr sein. Zumal der Hilfsdienst kostenlos ist. „Nur die Anfahrt berechnen wir mit 30 Cent pro Kilometer“, sagt Schoulen. Wenn jemand nur über geringe finanzielle Mittel verfügt, erlassen die Handwerker ihm selbst diesen Betrag.
Eine Altersgrenze für die Inanspruchnahme des Dienstes gibt es nicht. Der Hilfesuchende sollte selber aber nicht mehr in der Lage sein, die Arbeit auszuführen. Ansonsten droht den Männern, dass das Angebot schnell ausgenutzt wird. „Wir machen das mit Herzblut“, betont Otto Schad. Ist der Hilfesuchende am Ende glücklich, sind die Handwerker es auch. Zumal sie auch einen sozialen Zweck erfüllen. „Viele freuen sich schon darüber, dass man sich mit ihnen unterhält.“ Frage des Tages
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