Stadt Willich: Ein Kindergarten für Firmen
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 17.12.2011Stadt Willich (RP). Unternehmen in den Willicher Gewerbegebieten fordern schon lange betriebsnahe Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter. Die Stadt hat mit Hilfe einer Willicher Firma ein Konzept erarbeitet, das bald realisiert werden könnte.
Informationen
Treffen Bei einem Informations-Frühstück wird das Konzept interessierten Unternehmern in Willich vorgestellt: Am Freitag, 20. Januar, wird zu diesem Frühstück ins Café "Cena Bona", Jakob-Kaiser-Straße 2, eingeladen.
Kontakt Wer vorab Informationen haben möchte, kann sich bei der Projektstelle, Tel. 02154 813886, E-Mail: info@projektstelle.de melden oder die Internetseite www.glueckskinder-willich.de besuchen.
Der Kindergarten in der Nähe des Arbeitsplatzes, Betreuungszeiten, die sich mit den eigenen Arbeitszeiten decken, eventuell sogar eine Mittagspause mit dem Kind – der Ruf nach einer solchen betriebsbnahen Kinderbetreuung ist im Willicher Gewerbegebiet Münchheide immer wieder laut geworden.
Zuletzt hatte der koreanische Elektronikriese LG darüber nachgedacht, einen Betriebskindergarten für seine Mitarbeiter einzurichten. Die Pläne blieben in den Schubladen, die mit der Deutschlandzentrale des Konzerns unlängst über den Rhein nach Ratingen gezogen sind.
Drängender Wunsch
Auch wenn es Firmen, für die sich ein eigener Betriebskindergarten in Münchheide oder im Stahlwerk Becker lohnen würde, spätestens seit dem Weggang von LG in Willich nicht mehr gibt, so ist doch der Wunsch nach einer betriebsnahen Kinderbetreuung geblieben. Ein Wunsch, der aus den Reihen der Unternehmerschaft zuletzt gegenüber der städtischen Wirtschaftsförderung immer drängender geäußert worden ist.
Und die Chancen auf eine Realisierung stehen jetzt so gut wie vielleicht nie zuvor. Die Stadt Willich hat vor gut einem Jahr Kontakt zur "Projektstelle" aus Willich aufgenommen, einer Firma, die sich mit der Planung und Umsetzung von sozialen Prozessen beschäftigt.
Das Unternehmen hat die Konzeption eines Musterkindergartens entwickelt – mit belastbaren Zahlen, die interessierten Unternehmen eine gesicherte Kalkulationsgrundlage hinsichtlich der Kosten bieten.
Das Konzept sieht eine Einrichtung für die betriebsnahe Kinderbetreuung im Bereich Frienendorfweg, zwischen den Gewerbegebieten Münchheide und Stahlwerk Becker, vor. Der Projektname für den Kindergarten lautet "Glückskinder". Ein Investor soll das Gebäude errichten, die Einrichtung dann später durch einen freien Träger betrieben werden.
Vorgesehen sind 50 Plätze in drei Gruppen: zwei kleine altersgemischte und eine Kindergartengruppe. 16 Plätze sind für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren geplant. Die Öffnungszeiten betragen bis zu 45 Stunden pro Woche. In einer eigenen Küche soll das Essen frisch zubereitet werden.
Für Unternehmen entstünden auf Grundlage dieser Konzeption Kosten von rund 200 Euro pro Monat und Platz. Wer als Arbeitgeber zusätzlich auch die Elternbeiträge übernimmt, zahlt 325 Euro pro Platz und Monat. Die Kosten können steigen, wenn die Öffnungszeiten oder angebotene Leistungen ausgeweitet werden sollen. Die Unternehmen können ihre Vorstellungen und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter entsprechend einbringen.
Stadt will auch Plätze belegen
Nicht nur Beschäftigte der Gewerbegebiete, deren Firmen sich Plätze in dem Kindergarten sichern, sondern auch andere Eltern sollen von dem Betreuungsangebot profitieren.
Die Stadt Willich plant, selbst Plätze des Kindergartens zu belegen – zu Beginn vermutlich die Hälfte, also 25, wie Andrea Ritter von der Wirtschaftsförderung der Stadt sagt. Wenn der Bedarf der Unternehmen größer sein sollte, werde man diese Zahl aber reduzieren. "Sollte aber keine nennenswerte Resonanz erfolgen, wird das Projekt auch nicht umgesetzt", sagt Ritter.
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