Tönisvorst: Ein Paukenschlag
VON THEA ELBERTZ - zuletzt aktualisiert: 11.05.2007Tönisvorst (RPO). „Schluss mit der elendigen Gerüchteküche.“ Die Behauptungen über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten rund um „Haus Vorst“ sollen geklärt werden. Das fordern die Spitzen der St. Töniser Pfarre St. Cornelius.
Aus dem Bistum
Generalvikar Manfred von Holtum und Domkapitular Heiner Schmitz weisen die Vorwürfe zurück. Sie hätten sich nicht zu angeblichen finanziellen Unregelmäßigkeiten oder zur wirtschaftlichen Situation geäußert, hieß es gestern dazu vom Bistum Aachen.
In Sachen „Haus Vorst“ gebe es Gespräche mit der Vorster Pfarrgemeinde St. Godehard, wobei eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden solle.
Die Trägerschaft des Hauses, derzeit noch in Händen einer GmbH, solle wieder die Pfarrgemeinde übernehmen.
Mit einer umfangreichen Erklärung gingen am Mittwochabend Thomas Meyer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Cornelius, und Friedhelm Caspers, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands St. Cornelius, an die Öffentlichkeit (die RP berichtete). Ein Paukenschlag, der sicherlich bewusst vor dem Gesprächstermin am Samstag in Aachen beim Bischof und Generalvikar gesetzt wurde. Ob die St. Töniser bei diesem Termin einmal inhaltlich ihre Beweggründe erläutern können, warum sie die Gemeinschaft der Gemeinden mit St. Hubertus in St. Hubert und St. Cyriakus in Hüls bilden wollen, da ist Caspers skeptisch. Bislang habe noch niemand mit ihnen geredet, sondern habe nur Entscheidungen mitgeteilt.
Finanzielle Situation
Caspers und Meyer kritisieren das Verhalten von Generalvikar Manfred von Holtum und dem Leiter der Hauptabteilung Personal Domkapitular Heiner Schmitz. Mehrfach hätten sie über finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Pfarre St. Godehard im Falle von „Haus Vorst“ Behauptungen in die Welt gesetzt. Zum Beispiel hätte beim Kauf der Anlage keine Genehmigung vorgelegen und finanzielle Mittel seien nicht zweckgemäß eingesetzt worden. „Ob das stimmt, das wissen wir nicht. Aber das muss geklärt werden“, betont Caspers. Und wenn es nicht stimmt, dann seien die Behauptungen auch ein Skandal.
Die finanzielle Situation in Vorst interessiert die St. Töniser auch mit Blick auf die Debatte um die GvG. Bei der Gemeinschaft von Gemeinden gelte im Grundsatz die pastorale Kooperation, erläutert Thomas Meyer. Ab 2010 sollen die Kirchengemeindeverbände auch auf wirtschaftlicher Ebene zusammenarbeiten. „Wir sind verantwortlich für die Belange unserer Pfarrgemeinde“, sagt Caspers. Die Aufgabe sei, für die Zukunft irgendetwas Tragfähiges hinzubekommen, und das sei mit Vorst nicht möglich.
Meyer widerspricht Schwarz
Auch Vorwürfe, dass der St. Töniser Pastor Josef Beenen das Haupthindernis für eine GvG Tönisvorst sei, weisen die beiden Spitzen von St. Cornelius zurück. Bürgermeister Albert Schwarz hatte bei einer Versammlung in St. Godehard geklagt, dass es zu keinem persönlichen Gespräch mit Pastor Beenen mehr komme, seit er einen um die kommunale Einheit besorgten Brief im Namen des Hauptausschusses an den Bischof unterschrieben habe. Auch als Kommunionhelfer komme er seitdem weniger zum Einsatz. Die Kommunionhelfer würden sich an St. Cornelius selber einteilen, widerspricht Meyer. Und anhand der Einsatzpläne sei nicht zu erkennen, dass Schwarz weniger Einsätze gehabt habe.
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