Willich: Ein steiler Karrieresprung
VON JÜRGEN KARSTEN - zuletzt aktualisiert: 13.04.2007Willich (RPO). Die Willicher Opernsängerin Heike Grötzinger macht internationale Karriere: Stardirigent Zubin Mehta nahm sie nach seinem Abschied von der Bayerischen Staatsoper mit nach Valencia.
Waschechte Willicherin
Sie ist eine waschechte Willicherin: Heike Grötzinger machte Abitur am St. Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn. Die Abiturfeier gestaltete sie selbst mit, sang die „Habanera“ aus der Oper „Carmen“ von Bizet. Schon seit der Sexta hatte sie im Schulchor des Gymnasiums mitgewirkt. 2005 gab sie einen Liederabend im Schloss Neersen. Nun schickt sich die Mezzosopranistin aus Willich endgültig an, die wichtigen Opernbühnen zu erobern.
In Valencia wird sie die Partie der Giovanna in der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi singen. Premiere im großartigen neuen Musiktheater der südspanischen Stadt ist unter der Leitung von Zubin Mehta am 30. April. Die Rolle der Gilda singt die Russin Anna Netrebko.
Heike Grötzinger hat in diesen Wochen anstrengende Arbeit zu leisten, pendelt sie doch zwischen Valencia und München, wo sie seit März 2005 Ensemblemitglied der Bayrischen Staatsoper ist, hin und her. Sie brillierte zuletzt mit der Rolle der Magdalena in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Nicht zuletzt die großartigen gesanglichen Leistungen überzeugten Zubin Mehta davon, sie auch für Valencia zu verpflichten – ein steiler Karrieresprung für die Willicherin.
Sie singt in München auch die zweite Norn in der „Götterdämmerung“ von Richard Wagner, die Suzuki in Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“, den Hänsel in Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“, die Wirtstochter in „Die Königskinder“, ebenfalls von Humperdinck, und die Mary in Richard Wagners Oper „Der Fliegende Holländer“.
In diesem Jahr wird sie in Valencia auch noch die Siegrune in Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ singen. Ganz besonders freuen kann sie sich auch auf ihren Einsatz beim Festival d’Art Lyrique in Aix-en-Provence in Frankreich und vor allem auf ihr Engagement bei den Salzburger Festspielen unter der Leitung von Sir Simon Rattle im kommenden Jahr. Die Mezzosopranistin Heike Grötzinger studierte – nach erstem Gesangunterricht bei Rainer Templin – an der Musikhochschule Köln bei Professor Claudio Nicolai und Professor Klesie Kelly-Moog. Ihre künstlerische Reifeprüfung schloss sie dort mit Auszeichnung ab. Seither setzte sie ihre Ausbildung bei Astrid Varnay, Kammersängerin Hanna Schwarz, Kammersänger Kurt Moll und Kammersängerin Deborah Polaski fort. Von 1999 bis 2002 war sie Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Münster, wo sie unter anderem Rollen wie den Orlofsky in der Operette „Die Fledermaus“, die Olga in „Eugen Onegin“ und die Sünde in „Paradise Lost“ von Penderecki sowie die Wellgunde, die Siegrune und die zweite Norn in Wagner-Opern gestaltete.
Seither gastierte sie unter anderem an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, am Theater Vorpommern, am Staatstheater Weimar, am Teatro Montepulciano, am Staatstheater Wiesbaden, am Stadttheater Bremerhaven und am Theater Regensburg. Heike Grötzinger sang auch die Siegrune aus der Wagner-Oper „Walküre“ an der Bayrischen Staatsoper in München unter Zubin Mehta und trat in derselben Partie in der legendären Ring-Inszenierung von Götz Friedrich unter der Leitung von Christian Thielemann auf.
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