Tönisvorst: Einmal Handwerk schnuppern
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 07.01.2010Tönisvorst (RPO). Aus zwei ehemaligen Klassenzimmern der Grundschule am Kirchplatz in St. Tönis entsteht ein Handwerkszentrum für Schüler. Der Verein Handwerker in Tönisvorst macht es möglich.
Die Nutzung
Wenn das Handwerkszentrum für Schüler fertig gestellt ist, wird es mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht.
Anmeldungen für die Nutzung nimmt der Verein Handwerker in Tönisvorst ab sofort entgegen unter der Mail-Adresse info@handwerker-in-toenisvorst.de.
Auf der Internetseite www.handwerker-in-toenisvorst.de gibt es weitere Informationen zum Projekt.
"Noch ein Stückchen nach oben", ruft Detlef Rutten, der zweite Vorsitzende des Vereins Handwerker in Tönisvorst, durch das schräg stehende Fenster runter auf den Alten Markt. Langsam schiebt sich der Gabelstaplerarm mit dem Berg von Gipskartonplatten hoch. Jetzt ist Handarbeit angesagt. Vorsitzender Thorsten Engler, Jörg Dattler und Rutten ziehen die Platten in der ersten Etage der ehemaligen Grundschule Kirchplatz hinein. Derweil schleppen Ira Ingenpass und Andreas Horst Zementsäcke in die erste Etage. Alles ist für die zwei Klassenzimmer der Grundschule bestimmt. Hier baut der Verein Handwerker in Tönisvorst ein Handwerkszentrum für Schüler.
Die Idee schwirrte dem Verein schon länger im Kopf herum. "Projekte direkt an Schulen sind zu lang und nicht individuell genug. Wir wollen mehr Schüler erreichen und mit ihnen in kleinen Gruppen arbeiten, um ihnen so das Handwerk und seine Vielseitigkeit näher zu bringen", erklärt Engler. Die Stadt kam dem Verein entgegen, indem sie die beiden Räume der ehemaligen Grundschule kostenlos zur Verfügung stellte.
Derzeit sind die Mitglieder mit dem Umbau der Klassen beschäftigt. Während der erste Raum in seiner Gesamtgröße erhalten bleibt, entstehen im zweiten Raum sechs Kabinen, in denen sich die Gewerke vorstellen, angefangen vom Gas- und Wasserinstallateur über den Maler und Lackierer bis hin zum Schreiner. Insgesamt sind derzeit 17 Gewerke vertreten, in die die Schüler unter fachlicher Anleitung hineinschnuppern können.
Während in den 2 mal 2,5 Meter großen Kabinen vor allem das Bauhandwerk vertreten ist, gehört dem Nicht-Bauwerk wie Floristik, Fotografie, Schädlingsbekämpfung, Folientechnik und Leuchtreklame der größere, nicht unterteilte Raum. "Wenn ich das Berufsbild Fotograf vorstelle, habe ich hier genügend Platz, um die Ausrüstung aufzubauen", erklärt Ingenpaß. Die Kosten für den Umbau der beiden Klassenzimmer liegen bei rund 3500 Euro und werden vom Verein getragen.
Für Schulen aus der Region
In der Praxis wird es so aussehen, dass sich Schulen aus dem gesamten Kreis Viersen und der Umgebung anmelden können. Das Angebot richtet sich an Schüler der Klassen acht bis neun. Die Gruppengröße soll 15 Schüler nicht überschreiten, damit ein individuelles Hineinschnuppern in den Handwerksberuf möglich ist. "Die Schüler machen einen Rundlauf durch die Kabinen. Es wird pro Kabine mit zwei bis drei Schülern gearbeitet. Wir erklären und die Jugendlichen dürfen praktisch arbeiten. Dazu kommt das ebenfalls individuell gewünschte Angebot im zweiten Raum", berichtet Engler.
Ganz kostenfrei ist das Angebot nicht. Die Höhe des Obolus hängt davon ab, in wie viele Berufe die entsprechende Schule hineinschnuppern möchte und über welche Zeit die Handwerker in Anspruch genommen werden. Frage des Tages
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