Tönisvorst: Elf auf einen Streich
VON THEA ELBERTZ - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010Tönisvorst (RPO). Im Haus der Familie Wilden ist derzeit nichts wie es mal war: Elf Welpen stellen zumindest eine Ecke des Wohnzimmers und den ansonsten ruhigen Alltag des Ehepaares auf den Kopf.
Es geschah vor gut sechs Wochen. Während Margret und Peter Wilden auf Reisen waren, hatte Berner Sennenhündin Shiva ihr Urlaubsquartier beim Nachbarn aufgeschlagen. Und da kam es dann zum tete-á-tete mit dem Haushund, dem Mischlingsrüden Anton. Somit ging nach dem Trip durch Kanada, Alaska und Peking eigentlich zu Hause das Abenteuer für die Wildens weiter.
So ganz unerfahren sind die Vorster Hundefreunde mit der Welpenaufzucht eigentlich nicht. Diesmal gelten aber besondere Umstände. Die – womit nicht Shivas Zustand gemeint ist – hätten ihr Leben total durcheinandergebracht, seufzt Peter Wilden, während er lächelnd zwei balgende Welpen beobachtet. Bei der eisigen Kälte können die vierbeinigen Wonneproppen nicht im Freien gehalten werden. Also wurde die Essecke im Wohnzimmer ausgeräumt, eine Wurfkiste hineinplatziert und mit Zaun und Brettern zugestellt. Da der Nachwuchs naturgemäß noch nicht stubenrein ist, liegt ein gewisser Duft im Raum. Schon bald musste die Weihnachtskrippe abgebaut werden. Die Figuren hatten es den Welpen angetan. Die konnte man so schön umschmeißen, was der ein oder anderen Keramikfigur gar nicht gut bekam.
Noch zu haben
Neun der elf Welpen haben bereits ein zukünftiges Zuhause und einen Namen bekommen.
Zwei Welpen sind noch zu haben. Interessierte können sich an Peter und Margret Wilden, Telefon 02156/40148 wenden.
Bei der Wahl der neuen Besitzer legt das Ehepaar Wilden Wert darauf, dass sie Zeit und Platz für die Tiere haben und über etwas Hundeerfahrung verfügen.
So manche unruhige Nacht
In den ersten Wochen hatte das Ehepaar keine ungestörten Nächte. Da Mama Shiva auch mal ihre Ruhe haben möchte, schlief sie außerhalb der Welpenecke. Im Verlauf der Nacht ließ das Rentnerehepaar die Hündin zwei-, dreimal zum Füttern zu ihrem Nachwuchs. Mittlerweile kann das Ehepaar nachts wieder durchschlafen – normalerweise. Wenn einem kleinen Racker die Übelkeit plagt, schläft Margret Wilden auch schon mal im Wohnzimmer. "Ruckzuck sind die ausgetrocknet, das ist wie bei Babys", weiß die 55-Jährige.
Geht es den elf Hunden gut und die Wildens können durchschlafen, dann steht am Morgen erst mal eine Grundreinigung der Essecke an. "Unglaublich, wie viel kleine Hunde machen können", beschreibt das Ehepaar die offenbar gesunde Verdauung und den intakten Stoffwechsel der Vierbeiner. Nach dem Putzen wird meist die Waschmaschine in Betrieb genommen, um die heißgeliebten Kuscheldecken wieder sauber zu bekommen.
Eigentlich sollte Hündin Shiva erst im nächsten Jahr von einem reinrassigen Berner gedeckt werden. Nun kam Labrador-Berner-Mischling Anton halt dazwischen. Seit dem die elf Wollknäuel das Licht der Welt erblickt haben, gibt's im Kehn 75 jede Menge Besuch. Bestimmt 300 Menschen – Nachbarn, Bekannte, Freude oder interessierte Hundekäufer – sind gekommen, um die Welpen in Augenschein zu nehmen. Die Rasselbande ist auch überaus zutraulich. Aufgeschlossen, neugierig und ohne Angst begegnen die kleinen Vierbeiner dem Besuch. Mit acht bis neun Wochen werden die Hunde an ihre neuen Besitzer gehen. Margret und Peter Wilden werden das mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgen.
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