Tönisvorst: Ende von Tempo 30 droht
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2009Tönisvorst (RPO). Nichts ist beständiger als der Wandel – das Heine-Zitat setzten die Tönisvorster Politiker jetzt wieder in die Tat um. Der Fachausschuss entschied, dass die Willicher Straße in St. Tönis aus Richtung Nüss Drenk geöffnet wird.
Die Abstimmung verlief denkbar knapp: Mit sieben Ja- (CDU und FDP) und sechs Nein-Stimmen sprach sich der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss des Tönisvorster Rates für eine Öffnung der Willicher Straße aus Richtung Nüss Drenk aus. Vorausgegangen war eine sehr kontroverse Debatte: Die CDU hatte argumentiert, dass die direkte Zufahrt aus der Richtung Nüss Drenk/Forstwald für eine weitere Belebung der Innenstadt wichtig sei. Außerdem seien die Baumaßnahmen abgeschlossen, die bisher eine Öffnung der Straße verhindert hätten.
SPD, UWT und GUT waren dagegen: Harald Garland (GUT) befürchtet Gefahren für die Kinder, die die Willicher Straße auf dem Schulweg zur Corneliusschule queren – für sie müsste der Schulwegplan umgearbeitet werden. Die UWT sieht zu hohe Baukosten auf die Stadt zukommen, denn für diese Öffnung müsste die Kreuzung zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Johannes Funck (SPD) führte aus, dass bei einer Öffnung die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer nicht mehr gehalten werden könnte, dass das alternierende Parken als Geschwindigkeitshemmer entfallen müsse und dass die Straße als Durchgangsstrecke genutzt würde.
Ist-Zustand
Derzeit sieht die Situation so aus: Fahrer aus Richtung Forstwald werden an der Kreuzung Willicher Straße/Ring nach rechts oder links abgeleitet. Um in die Ortsmitte zu gelangen, müssen sie entweder über die Corneliusstraße oder den Maysweg fahren. Einige Autofahrer nutzen aber einen Schleichweg: Die Kreuzung ist so angelegt, dass sie über eine 180-Kehre auf dem Ostring als Rechtsabbieger in die Willicher Straße einfahren können.
Diese Argumente unterstützte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten: Er habe bereits entsprechende Auskünfte von der Polizei erhalten. Er sei sicher, dass viele Autofahrer gerne die direkte Strecke durch die Innenstadt fahren werden, anstatt den langsameren Weg über den Ring mit vier Ampeln (wobei eine Ampel noch der Straßenbahn Vorrang gibt) zu fahren. Die zusätzlichen Fahrzeuge würden auch die Situation an der Kreuzung Damm-/Benrader Straße verschärfen. Dort überqueren morgens und mittags viele Schüler die Willicher Straße.
In der Summe gebe es neun Nachteile gegenüber der Frage, ob die Öffnung wirklich ein erhöhtes Käuferpotential bringen werde, so Schouten. Helge Schwarz (SPD) wies daraufhin, dass die Öffnung mit erheblichen Baumaßnahmen und Kosten verbunden wäre, die CDU aber keinen Deckungsvorschlag dafür gemacht habe.
Eine klare Position gegen die Öffnung bezog auch Bürgermeister Albert Schwarz: Er werde die Straßenöffnung nicht genehmigen, wenn die Sicherheit der Schulkinder nicht gewährleistet sei. Außerdem sei im Rat im Februar 2005 abschließend entschieden worden, die Willicher Straße nicht wieder für den Auto-Verkehr von beiden Seiten zu öffnen. Frage des Tages




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