kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Stadt Willich: Erste Stolpersteine in Willich

VON WILLI SCHÖFER - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012

Stadt Willich (RP). Auf Initiative von Schülern des Schiefbahner St. Bernhard Gymnasiums hat der Kölner Bildhauer Günter Demnig die ersten Stolpersteine in der Stadt Willich verlegt. Sie erinnern an von den Nazis ermordete jüdische Mitbürger

Bürger aus Willich, Schiefbahn, Anrath und Neersen waren dabei, als Gunter Demnig (l.) die ersten Stolpersteine in der Stadt Willich an der Schiefbahner Schulstraße verlegte und Bernd-Dieter Röhrscheid (r.) die Aktion erläuterte. Gestern Abend sprach Demnig in der Schiefbahner Kulturhalle über sein "Stolperstein"-Projekt.  Foto:  Wolfgang Kaiser
Bürger aus Willich, Schiefbahn, Anrath und Neersen waren dabei, als Gunter Demnig (l.) die ersten Stolpersteine in der Stadt Willich an der Schiefbahner Schulstraße verlegte und Bernd-Dieter Röhrscheid (r.) die Aktion erläuterte. Gestern Abend sprach Demnig in der Schiefbahner Kulturhalle über sein "Stolperstein"-Projekt. Foto: Wolfgang Kaiser

"Hier wohnte Siegmund Kaufmann Jg. 1878 - deportiert 1941 Lodz/ Litzmannstadt - Tot 13.7.1942". Dies steht in Messing gehauen auf einem der insgesamt sieben Stolpersteine, mit denen in Schiefbahn gestern an die Deportation und den Tod der einst an der Schulstraße 2 wohnenden Familie Kaufmann gedacht wurde. Das Interesse war groß. Etwa 200 Menschen, darunter Schüler aber auch viele Senioren und einige Zeitzeugen, kamen zur ersten Verlegung dieser besonderen Steine in der Stadt Willich.

Schüler lasen Texte vor

Während der eigentliche Initiator des Kunstprojekts, der Kölner Gunter Demnig (64), die auf den Oberflächen beschrifteten Steine in das Pflaster schlug , lasen Zehntklässler des Schiefbahner St. Bernhard Gymnasiums, darunter die 16- jährigen Fabian Kröppel und Celine Cont, die Biografien der siebenköpfigen jüdischen Familie, von Siegmund und Josefine Kaufmann sowie deren Kinder Ernst, Elisabeth, deren verwitwete Schwester Thekla Heumann, von ihrem vierjährigen Sohn Herbert.

Info

Was noch wichtig ist

Paten Es werden noch Paten gesucht, die die Kosten für die Stolpersteine übernehmen. Bislang gibt es 24 Paten für die vorgesehenen rund 40 Steine in der Stadt. Kosten pro Stein: etwa 125 Euro.

Buch Mit Stadtarchivar Udo Holzenthal will Röhrscheid voraussichtlich im Herbst das Buch "Schicksal jüdischer Familien aus Willich" herausgeben. Die Autoren sind noch für Hinweise oder Bilder dankbar. Kontakt Bernd-Dieter Röhrscheid, Tel. 02154 7967

Sie alle starben 1942 im Ghetto oder wurden in Chelmno (Kulmhof) ermordet. Lediglich Bruder Fritz Kaufmann überlebte den Holocaust. Er wanderte in die USA aus und starb dort 1997. Auch für ihn wurde ein Stein gesetzt.

Die Impulsgeber dieser "Stolpersteine" in Willich waren eben diese Schülerinnen und Schüler der damaligen Jahrgangsstufe 9 des Schiefbahner St. Bernhard-Gymnasiums mit ihrem Politik-Lehrer Bernd-Dieter Röhrscheid. "Wir wollten damit den ermordeten Juden den Namen und ihr Gesicht wiedergeben", erläuterten die Schüler. Zu den Biografien zeigten sie gestern auch Bilder der Kaufmanns. Während einige ältere Passanten gestern schnell wieder die Stätte verließen, um nicht von der Erinnerungen übermannt zu werden ("Ich halte das nicht länger aus"), blieben die meisten bis zum Schluss. Darunter auch Vertreter der jüdischen Gemeinde in Mönchengladbach und wenige Zeitzeugen.

Auch der Schiefbahner Alfred Mayer war gekommen, einer der wenigen, die den Holocaust überlebt haben. Alfred Mayer trug auch in hebräischer Sprache ein Trauergedicht vor. Zum exakt gleichen Zeitpunkt fingen die Glocken der benachbarten St. Hubertus-Pfarrkirche an zu schlagen. "Uns werden heute Steine in den Weg gelegt, hoffentlich stolpern viele drüber", sagte der katholische Pfarrer Markus Poltermann.

Er war sich mit dem evangelischen Pfarrer Joachim Schuler einig, dass die systematische Ermordung der Juden aber auch der Sinti und Roma , politisch Verfolgten, der Homosexuellen oder der Zeugen Jehovas in den KZ niemals in Vergessenheit geraten dürfe. Willichs Vize-Bürgermeister Dieter Lambertz sagte, er hoffe auf die jüngere Generation, dass diese sich mit Mut und Zivilvcourage gegen Unterdrückung und Gewalt zur Wehr setze.

Quelle: RP


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Fast 500 Kilometer geschwommen

Leichlingen

Fast 500 Kilometer geschwommen

132 kleine und große Sportler zeigten Leistung beim 24-Stunden-Schwimmen des Leichlinger Schwimmvereins. Es kamen 491 Kilometer im Wasser zu ... mehr 

Das Miteinander klappt nicht

Wermelskirchen

Das Miteinander klappt nicht

Die "Balkantrasse" in der Innenstadt: Fehlende Rücksichtnahme führt zu gefährlichen Situationen. Vor allem das Radeln gegen die Einbahnstraß ... mehr 

Video

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Unges Pengste: Die Königsparade am Sonntag

Bei bestem Wetter zogen die Schützen bei "Unges Pengste" durch Korschenbroich. Rund 40.000 Besucherbesuchten die Paraden am ... mehr 

AUS DER NACHBARSCHAFT
Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Ter Stegens Alptraum

Zuerst kassierte Borussias Torhüter fünf Treffer gegen den Schweiz – dann flog er aus dem deutschen EM-Kader. Für den 20-Jährigen ist es der erste große Rückschlag seiner Karriere. VON André Schahidi und Thomas Grulke  mehr

 
 

Mitgliederversammlung bei Hertha BSC

Berliner Fans entscheiden über Einspruch

 

Tausende Rechner von "Flame" befallen

Experten finden gefährlichen Computer-Virus

 
Meistkommentiert

Mönchengladbach

15-Jähriger prügelt Frauen krankenhausreif

Diese Nachricht sorgte über Pfingsten für heftige Diskussionen in der Stadt und auch auf RP-Online: Ein 15-Jähriger, der am Samstag zwei Frauen im Gladbacher Hauptbahnhof ohne Grund und Vorwarnung krankenhausreif geprügelt hatte, wurde am Sonntag ... VON ralf jüngermann  mehr

 

Bundespräsident auf Israel-Reise

Die heikle Mission des Joachim Gauck

 

Kieler Kriminalpolizei ermittelt

Großer Teil von Occupy-Camp brennt ab

mehr nachrichten aus Willich

Willich

Kinder atmen Rauchgase ein

Bei einem Jugendcamp der Turnerschaft St. Tönis ist am Montag ein Heckenbrand entstanden. Dabei atmeten drei Kinder so viel Rauchgas ein, dass sie stationär behandelt wurden. Elf klagten über Übelkeit und Kopfschmerz. VON willi schöfer  mehr

 

Tönisvorst

Gäste aus Sées genießen Jazz und Flachsmarkt

Die meisten kennen sich gut aus am Niederrhein, denn sie kommen schon seit Jahren: Die Franzosen aus Sées, der Partnerstadt von Tönisvorst. mehr

 
 
 
 
 

Stadt Willich

Neue Mensa eingeweiht

BILDER AUS WILLICH
Willich: Wohnmobil steht in Flammen
Willich: Wohnmobil steht in Flammen
Willich: Wohnmobil steht in Flammen mehr 
 
Willich: Wohnmobil steht in Flammen
Willich: Wohnmobil steht in Flammen
Willich: Wohnmobil steht in Flammen
mehr 
Brauereistraße: Verpuffung in Heizungsanlage
Brauereistraße: Verpuffung in Heizungsanlage
Brauereistraße: Verpuffung in Heizungsanlage
mehr 
Willich: Lagerhalle brennt ab
Willich: Lagerhalle brennt ab
Am Siemensring in Willich ist in der Nacht ..
mehr 
 
Familienanzeigen
Regio Extras