Willich: Firmen-Ressourcen anzapfen
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 01.05.2008Willich (RPO). Das Freiwilligen-Zentrum will im September beim „1. Willicher Marktplatz“ Unternehmen mit Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen zusammenbringen. Ziel: Austausch von Leistungen zum Nutzen Aller.
Das Freiwilligen-Zentrum hat sich viel vorgenommen. Beim „1. Willicher Marktplatz“ am 25. September wollen die Ehrenamtler Firmen und Vereine, Schulen und diverse Einrichtungen zusammenbringen. Ziel ist, die Ressourcen der Wirtschaft für gemeinnützige Zwecke nutzbar zu machen – und den Firmen im Gegenzug symbolisch etwas zurückzugeben.
Das klingt abstrakt? Konkret wäre es zum Beispiel möglich, dass ein Autohaus einem Verein mal Kleinbusse für einen Ausflug stellt. Im Gegenzug könnte die Vereins-Jugend mal den Fahrzeugpark des Unternehmens waschen und auf Hochglanz bringen. Oder ein Schreiner baut einem Kindergarten eine Puppenbühne – und im Gegenzug gibt’s zu Weihnachten selbst gebastelten Festschmuck für den Betriebs-Christbaum. Wie das im einzelnen abläuft, müssten sich Firmen und Ehrenamtler dann je nach Interessenlage überlegen.
Marktplatz-Atmosphäre
Und genau das soll am 25. September in der Willicher Volksbank passieren. 50 bis 60 Ehrenamtler sollen auf einen Schlag mit 30 bis 40 Firmenvertreter zusammengebracht werden, die alle bereits Projekt-Ideen im Kopf haben. Wer mitmacht, wird vorher in der Regel nicht verraten. „Es wird eine richtige Marktplatz-Atmosphäre herrschen“, prophezeit Marita Gentsch, Leiterin des Freiwilligen-Zentrums.
Bei jedem Abschluss einer Vereinbarung soll ein tiefer Gong ertönen und der geschätzte finanzielle Wert der Abmachung bekanntgegeben werden. Spezielle „Makler“ helfen dabei, beide Seiten gezielt zusammenzubringen. Geld soll dabei ausdrücklich nicht fließen. „Durch Geben und Nehmen kann man oft viel mehr erreichen als wenn man einen Betrag von X Euro überweist“, sagt Volksbank-Bereichsleiter Michael Dieker. Die Bank stellt an dem Tag ihre Räume zur Verfügung und schreibt Willicher Firmen an, mit der Bitte sich zu beteiligen.
Die Gegenleistung der sozialen Einrichtungen kann natürlich nur symbolischer Natur sein. Aber neben dem guten sozialen Gewissen winkt den teilnehmenden Betrieben auch ein positives Echo in der Öffentlichkeit.
Das Projekt geht auf eine Initiative der Bertelsmann-Stiftung zurück und ist bereits in einigen Städten erfolgreich angelaufen. Sollte der Start auch in Willich klappen, denkt das Freiwilligen-Zentrum darüber nach, eine regelmäßige Plattform für den Austausch zwischen gemeinnützigen Organisationen und der Wirtschaft zu schaffen. Das aufwändige „Marktplatz“-Treffen könnte auch jährlich wiederholt werden.
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