Stadt Willich: Gerätehaus kostet viel mehr
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 28.10.2011Stadt Willich (RP). Der Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses Schiefbahn schlägt mit deutlichen Mehrkosten zu Buche. Der Kämmerer ist verärgert über das mangelhafte Baukosten-Controlling. Er will genaue Gründe für die Mehrkosten.
Seit Mai vergangenen Jahres wird auf dem Gelände der Schiefbahner Feuerwehr gebaut. Der moderne Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses ist kurz vor der Fertigstellung.
Die neue Wagenhalle bietet Platz für vier Löschfahrzeuge inklusive Drehleiterfahrzeug. Es gibt einen Waschplatz, größere Sanitärbereiche und erstmals einen eigenen Bereich für weibliche Einsatzkräfte. Ziel des Baus: Der freiwillige Dienst der Feuerwehrleute soll künftig noch reibungsloser ablaufen.
Das lässt sich die Stadt Willich einiges kosten. 1,4 Millionen Euro sollten in den Bau investiert werden. Doch damit wird man nicht auskommen. "Wir haben Mehrkosten im sechsstelligen Bereich", sagt Willy Kerbusch, Kämmerer der Stadt Willich. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Herr der städtischen Finanzen darüber nicht erfreut ist.
Das Projekt
Bauvorhaben Das Feuerwehrgerätehaus ist ein Erweiterungsbau, der mit dem bestehenden Altbau von 1974 kombiniert wird.
Chronik Der Grundstein für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses wurde im Mai 2010 gelegt, Richtfest war im März 2011. Der Bau steht kurz vor der Fertigstellung.
Energie Das Haus kombiniert zur Energiegewinnung Erdwärme, Solarthermie und Photovoltaik.
Mehrkosten nicht erkannt
Mehr noch als über die gestiegenen Kosten ärgert Kerbusch die Tatsache, dass er erst kurz vor Fertigstellung des Baus darüber informiert wurde. "So etwas kann einfach nicht sein", sagt der Kämmerer. Er wirft dem Objekt- und Wohnungsbau (OWB), einem Eigenbetrieb der Stadt Willich, der die Bauleitung inne hat, mangelhaftes Baukosten-Controlling vor. Die Mehrkosten seien nicht erkannt und wenn doch, dann nicht rechtzeitig kommuniziert worden.
Wie viel die Stadt nun für den Bau mehr zahlen muss, ist noch nicht endgültig klar. Kerbusch schätzt, dass es um 250 000 Euro geht. Ein Teil davon sei bereits bei Baubeginn absehbar gewesen, weil die Lage des Gerätehauses im Schiefbahner Bruch einen Pfahlbau nötig machte. "Eigentlich wollten wir einen Teil der dadurch entstandenen Mehrkosten während der Bauzeit wieder auffangen", erinnert sich Kerbusch. Daraus wird jetzt aber nichts. Im Gegenteil.
Der Kämmerer will sich vom OWB die Mehrkosten nun detailliert erklären lassen. Auch das Rechnungsprüfungsamt soll den Fall noch einmal untersuchen. Kerbusch weiß, dass das Feuerwehrgerätehaus neue Tore bekommen hat. "Die alten waren noch funktionstüchtig, aber die neuen sind natürlich besser", sagt Kerbusch. Auch über diesen Austausch hätte er aber informiert werden sollen. Allein dieser Posten mache jetzt rund 60 000 Euro der Mehrkosten aus.
Da das Gerätehaus bald fertig ist, wird die Stadt die Mehrkosten tragen müssen. Laut Kerbusch ist noch nicht absehbar, woher das Geld aus dem Haushalt kommen soll. Fest stehe lediglich, dass es Verschiebungen bei anderen Investitionen im Bereich der Feuerwehr geben soll.
Diskussion im Rat
Die Politik in der Stadt Willich ist bereits über die Mehrkosten informiert – und ebenfalls nicht erfreut. Das zeigte bereits die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses, als beim Alleenradweg Mehrkosten in Höhe von 161 000 Euro genehmigt werden mussten. Wenn Kämmerer Kerbusch alle Unterlagen vorliegen, will er die Mehrausgaben in der nächsten Ratssitzung am 24. November genehmigen lassen.
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