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Willich: Geschenk oder nicht?

VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008

Willich (RPO). Ist die Wirtschaftskrise das Ende der Schenkerei? Eine Forsa-Umfrage hat ergeben, dass 15 Prozent der Deutschen keine Weihnachtsgeschenke kaufen. Eine Umfrage in Willich und Tönisvorst bestätigt diese Tendenz nicht wirklich.

Das Weihnachtsgeschäft läuft so langsam an. Der hiesige Handel, hier ein Blick in die St. Töniser Hochstraße, ist optimistisch, dass die Zurückhaltung der Kunden nicht all zu groß ausfällt.  Foto: RPO
Das Weihnachtsgeschäft läuft so langsam an. Der hiesige Handel, hier ein Blick in die St. Töniser Hochstraße, ist optimistisch, dass die Zurückhaltung der Kunden nicht all zu groß ausfällt. Foto: RPO

„Was man merkt, ist eine Kaufzurückhaltung: Die Kunden kaufen sicher noch Weihnachtsgeschenke, aber sie geben nicht mehr soviel aus: Waren es früher 150 Euro, sind es jetzt nur 100 Euro, oder statt 100 nur 50 oder 75“, beschreibt Alfred Erren, Spiel- und Schreibwarenhändler in Willich und Vorsitzender des Werberings: Noch sei das Weihnachtsgeschäft nicht voll angelaufen, er erwartet, dass es wie im Vorjahr erst später richtig startet, aber „die Zahl der Kunden ist geblieben, nur der Umsatz pro Kunde ist geringer.“

Qualität ist gefragt

Im Möbelhandel sei das Weihnachtsgeschäft sowieso nur eingeschränkt bemerkbar, und wenn, dann eher im Kinder- und Jugendbereich, erklärt Ulrich Klauth von Naturholzmöbel Klauth in St. Tönis. Sein Sohn Ole ergänzt, dass dieses Geschäft wegen der Lieferzeiten größtenteils schon abgeschlossen ist, „es gab aber nichts Positives oder Schlechtes. Die Kunden gucken bei Kindersachen aber immer auf Qualität, nicht nur auf den Preis.“ Jutta Meyer, Inhaberin von Uhren/Schmuck Odenbach in Schiefbahn, gibt bislang noch keine Prognose zum Weihnachtsgeschäft: „In unserer Branche fängt das immer erst 14 Tage vor Weihnachten an. Allerdings machen wir im Dezember 25 Prozent des Jahresumsatzes, wenn das ausfallen sollte, haben wir ein Problem.“

Info

Forsa-Gesellschaft

Die Forsa-Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse wurde 1984 in Köln gegründet. Sie zählt in Deutschland zu den führenden Meinungsforschungsinstituten. 1986 wurde der Hauptsitz nach Dortmund verlegt, heute ist es Berlin. Forsa hat über 60 festangestellte Mitarbeiter und arbeitet mit rund 1200 Interviewern zusammen.

Herrenausstatter Ulli Peeren aus St. Tönis verzeichnet derzeit einen etwas schlechteren November als im Vorjahr, „aber ich habe schon einige Weihnachtsgeschenke verkauft. Es ist ruhiger als im Vorjahr, aber ich würde nicht von deutlicher Kaufzurückhaltung sprechen.“ Ein ganz klares „Glaub ich nicht“ kommt von Stefan Robben, dem Vorsitzenden des Werberings St. Tönis, gleichzeitig Herrenausstatter in der Hochstraße: „Dem widerspreche ich zu 100 Prozent. Ich weiß nicht, woher die Zahl 15 Prozent kommt, und wie viele auch in Vorjahren nichts geschenkt haben. Aber egal, was mit Finanzkrise oder Wirtschaftskrise ist, Schenken ist etwas Besonderes, eine Art, dem anderen etwas zu zeigen.“ Es könne sein, dass es nicht mehr „Riesengeschenke“ seien, aber „ich merke schon jetzt, dass die Leute früher kommen, um etwas Vernünftiges zu bekommen. Sie machen sich Gedanken und wollen nicht irgendeinen Tinnef schenken.“

Auch bei den Umworbenen, den Kunden, macht die Forsa-Umfrage keinen großen Eindruck: Klaus Deden aus Tönisvorst steht der ganzen Thematik gelassen gegenüber: „Wir haben die Geschenke sowieso eingeschränkt. Meine Frau und meine Tochter holen Kleinigkeiten, aber ansonsten kaufen wir uns über das Jahr, was wir brauchen.“ Eine Willicher Kundin erklärt dagegen, dass Weihnachten ohne Geschenke nicht so ganz das richtige ist: „Wir haben aber seit jeher festgesetzt, dass wir keine übermäßig teuren Geschenke machen – der Wert geht in der Regel nicht über 100 Euro und das funktioniert auch in diesem Jahr gut.“ Frage des Tages

Quelle: RP

 
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