Stadt Willich: Gestatten, Europaschule
VON GESA EVERS - zuletzt aktualisiert: 29.11.2008Stadt Willich (RPO). Inoffiziell ist sie es schon lange, nun heißt sie auch so: Die Willicher Gesamtschule wurde in „Robert Schuman Europaschule“ umbenannt. Grund sind die zahlreichen internationalen Projekte.
Seit Jahren spielt Europa im Stundenplan der Robert Schuman Gesamtschule eine zentrale Rolle. Der Kontinent ist Thema im Unterricht, die Schüler lernen über Austauschprogramme Sprache und Kultur anderer Länder kennen. Im Februar diesen Jahres war das Engagement der Schule dem Europaminister und der NRW-Schulministerin eine Auszeichnung wert. Sie verliehen der Gesamtschule offiziell das Gütesiegel „Europaschule“. Neun klar definierte Kriterien wie ein erweitertes Fremdsprachenangebot müssen dafür erfüllt sein. „Wir sind stolz auf dieses Zertifikat. Dahinter steckt viel Arbeit“, sagt Schulleiter Ulrich Graf.
Erdkunde auf Englisch
Weihbischof kommt
Während seiner Visitation der „Gemeinschaft der Gemeinden“ besucht der Weihbischof Dr. Johannes Bündgens auch die Robert Schuman Europaschule. Dabei spricht er mit Schülern der Oberstufe und Lehrern über das Themenfeld „Schule und Kirche“.
Mehr Informationen zu den Projekten der Willicher Gesamtschule gibt es im Internet unter www.rsg-willich.de
Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass die Stadt einem lange gehegten Wunsch von Eltern und Lehrern nachgekommen ist und die Schule von „Robert Schuman Gesamtschule“ in „Robert Schuman Europaschule“ umbenannt hat. „Es ist schön, dass wir unser vielfältiges Engagement jetzt auch in unserem Namen wiederfinden. Und es bestärkt uns darin, an unserem Konzept festzuhalten“, erklärt Englischlehrerin Claudia Scholl. Das sieht vor, die Schüler frühzeitig mit ihrem Kontinent vertraut zu machen, um ihnen internationale Berufsperspektiven zu eröffnen. „Wir wollen dazu beitragen, dass Europa zusammenwächst. Deshalb bereiten wir unsere Schüler darauf vor, auch im europäischen Ausland leben und arbeiten zu können“, so Schulleiter Graf. Das funktioniert vor allem über Sprache. An der Europaschule gibt es ab dem siebten Schuljahr einen bilingualen Zweig. Die Fächer Wirtschaft und Erdkunde werden auf Englisch unterrichtet. Außerdem besuchen die Schüler regelmäßig andere europäische Staaten. So besteht seit Jahren ein Austauschprogramm mit dem Collège Henri Matisse im französischen Linselles. Die „Bilis“, wie die Schüler des bilingualen Zweigs schulintern genannt werden, fahren jedes Jahr in der Jahrgangsstufe 13 für eine Woche nach England.
Wenn sie sich nicht treffen, kommunizieren die jungen Europäer über das Internet. eTwinning nennt sich das Projekt, das die Willicher mit Schulen im italienischen Monselice und dem polnischen Koluszki verbindet. „Darin stellen die Jugendlichen ihre Stadt vor und knüpfen auch private Kontakte“, betont Mattias Otto, didaktischer Leiter. Der neue Titel „Europaschule“ passt also – und hat, so hofft es zumindest Ulrich Graf, auch einen praktischen Vorteil. „Vielleicht wissen die Leute jetzt, dass wir nach dem Europapolitiker und nicht nach dem Musiker Schumann benannt sind. Dann schreiben sie auch unseren Namen richtig“, sagt er schmunzelnd. Frage des Tages
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