Stadt Willich: Hier will Willich sparen
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Stadt Willich (RPO). Der Stadt Willich brechen die Gewerbesteuereinnahmen weg. Mehr als 21 Millionen Euro will Kämmerer Willy Kerbusch deshalb im Haushalt bis 2013 einsparen. Das soll mit Kürzungen in allen Bereichen gelingen.
Mehr als hundert Seiten dick ist das Werk, das Kämmerer Willy Kerbusch und die Verwaltungsmitarbeiter aus seinem Fachbereich mit "Unser Weg aus der Krise" überschrieben haben. Jahrelang war die Stadt finanziell gut aufgestellt. In diesem Jahr brechen die Gewerbesteuereinnahmen weg. Konsequenz: In der Ergebnisrechnung der Stadt fehlen bis zum Jahresende fast zehn Millionen Euro.
Dem Rat der Stadt Willich hat der Kämmerer deshalb neben dem Haushaltsentwurf für 2010 eben auch das Sparkonzept zum Weg aus der Krise vorgelegt. Darin ist aufgeführt, in welchen Bereichen in den nächsten Jahren wie viel Geld eingespart werden soll, damit die Stadt ihre Finanzen auch weiterhin selber kontrollieren darf und nicht in ein Haushaltssicherungskonzept rutscht. Einige Beispiele, welche Ausgaben gekürzt werden:
Der Sparplan
Bis 2013 will der Kämmerer rund 21 Millionen Euro sparen.
Ausgaben 8 Millionen Euro
2010: 2,5 Millionen Euro
2011: 2,5 Millionen Euro
2012: 1,5 Millionen Euro
2013: 1,5 Millionen Euro
Investitionen 5 Millionen Euro
2010: 3 Millionen Euro
2011: 1 Million Euro
2012: 500 000 Euro
2013: 500 000 Euro
Streckung der Entschuldung 7,103 Millionen Euro
2010: 1,778 Millionen Euro
2011: 1,818 Millionen Euro
2012: 1,813 Millionen Euro
2013: 1,694 Millionen Euro
Zuschüsse Die Stadt reduziert alle freiwilligen Zuschüsse für die nächsten zwei Jahre um 50 Prozent. Hilfsorganisationen, Sportvereine oder Institutionen in der Jugendarbeit bekommen nur noch die Hälfte von dem, was sie bislang bekamen. Ein Beispiel: Das Katholische Forum bekommt statt 5000 nur noch 2500 Euro von der Stadt.
Fortbildung Die Fortbildungskosten der Stadtverwaltung werden ebenfalls um 50 Prozent reduziert.
Sportlerehrung Die jährliche Sportlerehrung muss billiger werden. Statt 14 000 gibt es von der Stadt nur noch 10 000 Euro.
Verkehrsaufklärung Die Kosten des Ordnungsamtes für die Verkehrsaufklärung von Kindern werden auf 1825 Euro halbiert.
Umwelttage Die Veranstaltung für rund 70 000 Euro wird zumindest für die nächsten zwei Jahre komplett gestrichen.
Grünanlagen Für die Unterhaltung der städtischen Grünanlagen will die Stadt künftig pro Jahr 10 000 Euro weniger ausgeben. Ein überschaubarer Posten bei Gesamtkosten von 800 000 Euro.
Nicht nur die Ausgaben werden gekürzt, auch Investitionen zurückgestellt. Auch hier einige Beispiele:
TE Schiefbahn Der Neubau der Tageseinrichtung in Schiefbahn kostet 1,4 Millionen Euro. Das ist derzeit für die Stadt nicht zu stemmen. Ein Public-Private-Partnership (PPP), also eine Zusammenarbeit zwischen Kommune und Privatwirtschaft, soll helfen. Ein Investor finanziert den Bau, die Stadt fungiert später lediglich als Mieter.
Mensen Die viel diskutierten Mensen in den beiden Gymnasien kommen. Die Investition wird lediglich etwas gestreckt. Am St. Bernhard-Gymnasium wird der Bau 2010 begonnen und fertig gestellt. Am Lise-Meitner-Gymnasium geht es ebenfalls 2010 los. Zum Schuljahr 2010/2011 soll die Mensa dann fertig sein.
Feuerwehr Die Brandbekämpfer müssen vorerst auf neue Rüstwagen verzichten. 2010 waren dafür 103 000 Euro, 2011 sogar 395 000 Euro an Investitionen eingeplant.
Kreisverkehr Der 720 000 Euro teure Kreisverkehr an der Willicher Straße/Korschenbroicher Straße kommt vorerst nicht.
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