Stadt Willich: Hilfe aus dem Bahnwaggon
VON WILLI SCHÖFER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Stadt Willich (RP). Marion Tank ist seit nahezu 15 Jahren Straßen-Sozialarbeiterin für die Stadtteile Schiefbahn und Anrath. In Projekten und in Einzelfallhilfen bemüht sich die 50-Jährige um die Jugendlichen.
Anrath/Schiefbahn Ihr Büro ist seit langem in einem alten Eisenbahnwaggon am Anrather Bahnhof. Dort trifft man auch regelmäßig den fünfjährigen "Herrn Lehmann". Nicht nur der schwarze Mischling aus Neufundländer und Berner Sennenhund vertraut seiner Marion Tank. Auch für zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene ist die 50-Jährige zu einer wichtigen Vertrauensperson und Ansprechpartnerin geworden.
Marion Tank ist seit nahezu 15 Jahren Straßen-Sozialarbeiterin und für Schiefbahn und Anrath zuständig. Gerade hat sie einen Außentermin, besichtigt mit einigen Jugendlichen einen in die Jahre gekommen Bauwagen an der Kleinen Frehn in Schiefbahn. "Können wir den nicht für unsere Treffs etwas herrichten?" Mit dieser Bitte hatten sich Achim (15) und Sebastian (17), die Freunde kommen aus Willich und Schiefbahn, an die Streetworkerin gewandt. Kein Problem. Marion Tank bespricht mit den jungen Leuten, was zu tun ist und macht sich über einen neuen Standort Gedanken: "Vielleicht in der Nähe der Realschule, dort haben wir nämlich einen Stromanschluss."
Straßensozialarbeit
Arbeitszeit Marion Tank arbeitet in der Woche 30 Stunden als Straßensozialarbeiterin. An neun Stunden ist sie für Personalrats-Aufgaben freigestellt.
Box-Projekt Auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern soll auf der ersten Etage einer Verseidag-Fabrikhalle in Anrath das Camp entstehen. Marion Tank dankt der Verseidag für die Bereitstellung.
Ausstellung Unter dem Mitto "I like A-town" (a-town steht für Anrath) soll bald am Anrather Bahnhof eine Ausstellung stattfinden, in der die jungen Leute ihre Lebenswelten ausdrücken.
Hilfen Wer die Sozialarbeiterin unterstützen möchte, kann sich unter Ruf 0172-2611081 melden.
Die Brüggenerin, die zunächst in den Jugendheimen "Hülse" (Willich) und "No. seven" (Neersen) tätig war, kennt keine festen Arbeitszeiten. Meist ist sie nachmittags oder abends im Einsatz. Mal ist es bis weit nach Mitternacht ein Sport-Event, mal sind es Bauarbeiten: So zog sie sich die nicht so guten Klamotten über, um unter anderem mit Serge, Eric, Cenk, Jan, Timo, Olli und Miron einen großen Wunsch der jungen Leute zu erfüllen. Denn in einer Halle der ehemaligen Verseidag in Anrath soll ein Box-Camp entstehen. Bis dahin ist noch viel zu tun. Marion Tank: "Vor allem brauchen wir einen Dachdecker, der uns für wenig Geld bei der Instandsetzung einiger Flächen und Fallrohre hilft." Das Box-Projekt soll im März anlaufen.
Zahlreiche Projekte hat Marion Tank mittlerweile mit den jungen Menschen angestoßen. So zum Beispiel den Bau der großen Skater-Anlage am Anrather Bahnhof, die Instandsetzung der dort stehenden zwei Eisenbahnwaggons, einige Bauwagen-Projekte oder die Events "Sport at night" oder "Parcour". Ans Aufhören denkt die 50-Jährige noch lange nicht. "Dafür macht mit diese Arbeit viel zu großen Spaß."
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