Willich: In Zogoree hat sich viel bewegt
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2008Willich (RPO). Die Schulsituation in Willichs Partnerdistrikt Zogoree in Burkina Faso hat sich deutlich verbessert. Das berichtete Hans Grips, Vorsitzender des Fördervereins Willich – Zogoree – Linselles, dem Kulturausschuss.
Forderverein Zogoree
Gründung Der Förderverein Willich – Zogoree – Linselles wurde 1985 von Hans und Marlies Grips sowie von mehreren Schiefbahnern gegründet.
Partner Auch die französische Partnerstadt Willichs, Linselles, beteiligt sich offiziell seit 1991 an Entwicklungshilfeprojekten.
Fest 2006 wurde die Partnerschaft der drei Städte mit einem großen Fest gefeiert, Anlass war das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft Willich-Linselles und das 15-jährige Bestehen der Dreier-Partnerschaft.
Es sind kleine Schritte und große Gedanken, die in der Unterstützung für Willichs Partnerdistrikt Zogoree eine Rolle spielen, schilderte Hans Grips, der Vorsitzende des Fördervereins Willich – Zogoree – Linselles. So trägt die jahrzehntelange Arbeit in der Bildung von Kindern jetzt Früchte: Zogoree hat als einzige Region in Burkina Faso eine flächendeckende Versorgung mit Grundschulen, insgesamt zwölf Stück, dazu eine weiterführende Schule im Stil einer Realschule (CEG – ein College) und eine landwirtschaftliche Berufsschule.
Mehr Interesse an Ausbildung
Das Ergebnis: Die weiterführende Schule muss ausgebaut werden, weil immer mehr Eltern zumindest ein Kind in einem Beruf ausbilden lassen möchten, um in Dürrezeiten über dessen Einkommen die Familie zu ernähren: „Das CEG ist ein Magnet“, schilderte Grips. Auch die dreimonatige Ausbildung junger Bauern unter anderem in den Mustergärten der Berufsschule zeige viel Erfolg: „Die haben danach eine ganz andere Art, mit den Dingen umzugehen.“
Eine andere Hilfestellung ist die Sanierung von Trinkwasser-Förderstellen, die aber auf Leistung und Gegenleistung erfolge: Ein Dorf müsse einen Antrag an den Verein stellen und als Vorarbeit unter anderem 500 Akazien pflanzen. Dann übernimmt der Förderverein die Brunnensanierung (Betoneinfassung, Sicherung, Schutz vor Verschmutzung in der Regenzeit) für rund 1000 Euro pro Stück. Diese Arbeiten werden von örtlichen Unternehmern ausgeführt.
Dazu startet der Förderverein in diesem Jahr mit einer neuen Idee, um erste Handelsansätze weiter zu fördern. Er sei auf die Jathropha-Nuss aufmerksam gemacht worden, die in Ostafrika in großen Mengen für die Gewinnung von Biodiesel angebaut wird, so Grips. Die Nuss hat 35 Prozent Ölanteil und ist sehr ertragreich. Er habe 25 Kilo Saatnüsse in Tüten abpacken lassen und an Familien in Zogoree verteilt. „Wenn es klappt, können sich die Bauern selber Öl pressen.“ Das könnten sie als Brennmittel für die eigenen Petroleumlampen benutzen und zur Weiterverarbeitung verkaufen. Grips berichtete auch von einigen Imkern, die sich mit Hilfe des Vereins eine Honigschleuder besorgt haben und jetzt die Produktion auf dem Markt verkaufen können.
Insgesamt habe sich die Mentalität der Menschen in dem Partnerdistrikt, der zu den ärmsten der Welt gehört, verändert, sagte Grips: „In den Köpfen der Menschen hat sich in den letzten fünf Jahren unendlich viel bewegt. Nach vielen Jahren der Durststrecke ist es eine recht lebendige Gesellschaft.“
Es gab in der Vereinsarbeit auch Rückschläge, erfuhren die Ausschussmitglieder: So seien die meisten Bäume eines vor einigen Jahren angepflanzten Waldes trotz Schutz von Ziegen angefressen worden und eingegangen.
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