Stadt Willich: Jazzfans trauern um Edi Grötzinger
zuletzt aktualisiert: 25.01.2010Stadt Willich (RPO). Die Jazzfans trauern um Edi Grötzinger. Der Baritonsaxofonist und Frontmann der "Walking Shoes", die sich der Musik Gerry Mulligans verpflichtet fühlten, starb nach einer schweren Erkrankung. Grötzinger, der fünf Jahrzehnte lang die Jazzszene in Nordrhein-Westfalen bereicherte, konnte im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag und sein 50-jähriges Bühnenjubiläum im Kreise vieler Freunde und Jazzmusiker in Willich feiern, wo er lebte. Er hinterlässt Frau und Tochter Heike Grötzinger, die als Opernsängerin international erfolgreich ist.
In Willich verdankt man Edi Grötzinger die jährliche Organisation des "Jazz Herbst Willich", der in den letzten Jahren immer mehr Zuhörer zu den qualitätsvollen Konzerten führte. Grötzinger achtete als künstlerischer Leiter stets auf ein gutes Niveau der jährlich drei Jazzkonzerte im Schloss Neersen.
Der für sein freundliches Wesen und seine Qualität als Musiker hoch geschätzte Saxofonist studierte am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf (Hauptfach Klarinette), nahm anschließend Saxofonunterricht bei Wilton Gaynair und arbeitete über Jahrzehnte semiprofessionell in der rheinischen Jazzszene. Er spielte in der "The Brass 'n'Beat Machine", bei "Survival Monster" und der "Axel Jungbluth Big Band" mit, war bei "Jam Set", "B 7" und "Flat Five dabei.
Bei den "Walking Shoes", die er selbst vor zehn Jahren gründete spielte er mit Musikern zusammen, mit denen ihn zum Teil eine lange musikalische Freundschaft verband: Ralph Kleine-Tebbe am Bass, Bernd Kloubert am Piano und André Spajic an den Drums. Die Jazzszene im Rheinland ist ohne Edi Grötzinger, den Mann am Saxofon, ärmer geworden. Die Jazzfans werden ihm ein ehrendes Andenken widmen.
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