Tönisvorst: Jeckes Trainingslager
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2009Tönisvorst (RPO). Zum siebten Mal lud die Prinzengarde die Tönisvorster Karnevalisten zum "Kamelle-Zielwerfen" ein. In Dreierteams wird gegeneinander angetreten. Ziel der Süßigkeiten ist ein Eimer in mehr als drei Metern Entfernung.
Wenn Karnevalisten hören, dass fast alle Kamelle im Eimer sind, ist das normalerweise kein Grund zur Freude. In Tönisvorst mitunter aber schon. Genau das, Kamelle in den Eimer zu werfen, ist schließlich manchmal das Ziel einer Veranstaltung. Beispielsweise, wenn Prinzengarde und die Treuen Husaren der Prinzengarde bereits zum siebten Mal zum Kamelle-Zielwerfen eingeladen haben. Eine Sportart, wie sie jecker nicht sein könnte.
Bekanntlich besteht der närrische Triathlon aus Bützen, Schunkeln und Kamelle-Zielwerfen. Formvollendete Technik und ein gutes Körpergefühl sind dabei ebenso unverzichtbar wie eine ordentliche Prise Humor. "Vorbereitung brauchen wir nicht", ist sich Mirko Klücken vom Team des Tönisvorster Karnevalskomitees (TKK) sicher. "Spaß ist spontan, so also auch das Zielwerfen", begründet er seine These. Zusammen mit Karl-Heinz Lessenich und dem internationalen Gast "Kamelle-Freddie" aus Roermond versuchen die Drei ihr Bestes.
Die Siegerteams
Distanz 3,5 Meter
Mannschaft Das Siegerteam der Tönisvorster Prinzengarde gewann den Wanderpokal, dicht gefolgt von der KG Nachtfalter und den Blauen Funken.
Sonderpreis Der Sonderpreis für den besten Werfer, 120 Rollen dreilagiges Toilettenpapier, ging an Karl-Heinz Lessenich.
Kosten Zur Deckung der Kosten wurde ein Startgeld in Höhe von elf Euro erhoben.
Kamelle-Freddie betreibt in Brüggen ein Geschäft für Wurfmaterial aller Art und ist damit bestens mit dem "Sportgerät" vertraut. Nun gilt es, als Dreierteam ordentlich zu punkten. Nebeneinander und gleichzeitig werfen die Athleten ihre Kamelle quer über die Bühne des Marienheims und möglichst in einen der drei Eimer. Der Kniff: Ein Sportler steht, der Zweite wirft sitzend, der Dritte kniet.
Dabei hat Mirko Klücken seine ganz eigene Taktik. Er denkt an seinen Sohn Maximilian (5), der beim St. Töniser Tulpensonntagszug am Straßenrand stehen wird und jede Menge Kamelle fangen möchte. "Der Ehrgeiz, vor allem den Kindern eine Freude zu machen, ist da", sagt er. Entsprechend ist der Wettkampf nicht nur einer um Trophäen, sondern gleichzeitig das Zielwurf-Trainingslager im Sinne aller kleinen und großen Narren – denn wer möchte nicht etwas Süßes fangen?
Bis zum Anmeldeschluss sind 14 Mannschaften angetreten. Sie alle kämpfen sportlich fair, allerdings mit vollem Körpereinsatz, allen voran versuchen sich Prinz Lothar I. und seine Prinzessin Jessica I. (Vauth) im genauen Zielen. Die besten fünf Mannschaften ziehen ins Finale ein. Spätestens bei den Tönisvorster Karnevalsumzügen am Nelkensamstag (Vorst) und Tulpensonntag (St. Tönis) werden die Narren erleben, wie zielsicher ihre Tollitäten wirklich sind.
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