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Willich: Johannesschule und GHS Kirchenfeld

zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 15:09

Was bieten weiterführende Schulen? Die Rheinische Post stellt vor den Anmeldezeiten alle im Ostkreis Viersen in Porträts vor. Heute die Johannesschule in Anrath und die Gemeinschaftshauptschule Kirchenfeld in Tönisvorst.

Info

Johannesschule

Schüler: 430, Lehrer: 49, plus zwei Sozialpädagoginnen und 25 außerschulische Mitarbeiter, Schulträger: Stadt Willich, Adresse: Johannesstraße 5, 47877 Willich, Telefon: 02156 9196-0, Internet: www.johannesschule.de; Anmeldezeiten: Donnerstag, 17. März, 9 bis 12 und 16 bis 19 Uhr, Freitag, 18. März, 9 bis 14 Uhr.

Gemeinschaftshauptschule (GHS) Kirchenfeld

Schüler: 258, Lehrer: 18 plus zwei Sozialarbeiter, Schulträger: Stadt Tönisvorst, Adresse: Corneliusstraße 152, 47918 Tönisvorst, Telefon: 02151/994863, Internet: hauptschule-toenisvorst.de (zur Zeit in Überarbeitung); Anmeldezeiten: ab Montag, 21. Februar bis Freitag, 25. Februar jeweils von 8 bis 11.45 Uhr, dienstags auch von 16.30 bis 19.30 Uhr).

Europa mitten in Anrath

Dieses Angebot ist umfangreicher als an manchem Gymnasium: Die Johannesschule in Anrath vermittelt neben der verpflichtenden Fremdsprache Englisch auch Spanisch, Italienisch und Niederländisch. Diese Vielfalt brachte der Einrichtung als erster Hauptschule in ganz NRW den Titel „Europaschule“, der unter anderem mit Schulpartnerschaften in Lettland und Ungarn – sowie jährlichen Austauschfahrten – gelebt wird. „Weiterhin wird Sprachförderung bei uns groß geschrieben“, erklärt Schulleiterin Karin Kirchmair. „Schüler ohne oder nur mit geringen Kenntnissen der deutschen Sprache werden in einer Gruppe nach Montessorimethoden von einer Lehrerin, einer Sozialpädagogin und weiteren Kräften, zum Teil Muttersprachlern, unterrichtet.“

Das erleichtert die Integration, doch nicht nur deshalb ist die Johannesschule eine „integrative Schule“, sondern, weil hier seit mehr als zehn Jahren behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Das fördert nicht zuletzt Toleranz und Akzeptanz. Das „soziale Lernen“ ist ein weiterer Schwerpunkt des Programms. In den Klassen 5 und 6 steht dieses Fach verpflichtend auf dem Stundenplan, in den höheren Klassen wird es in der Praxis umgesetzt: „Dieser Gedanke wird hier durch aktive Streitschlichter, Buspaten, Sanitätshelfer, Schülerlotsen, Sporthelfer, Patenschaften für jüngere Schüler oder durch Kiosk- und Thekendienste im Schülercafe weiter fortgesetzt“, erläutert Kirchmair. Zusätzlich zum Schülercafé nennt die Johannesschule eine kleine Mensa ihr Eigen.

Neben dem breiten Lehrangebot, durch das alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden können, werden die Schüler auch auf den späteren Beruf vorbereitet: Ab Stufe 8 gibt es verpflichtende Praktika, seit diesem Schuljahr ist ein Langzeitpraktikum für die Klasse 10 a hinzugekommen. „Wir verfügen über zwei Berufswahlkoordinatoren und zwei Berufseinstiegsbegleiter, die von einem eigenen Büro ihre Aufgaben erfolgreich steuern“, berichtet Kirchmair. Die Berufspraktika beziehen sich übrigens sogar auch auf die Länder mit den Schulpatenschaften: Lettland und Ungarn, weitere Partnerschulen gibt es in den Niederlanden, der Slowakei und Finnland. Die Europaschule macht so ihrem Titel alle Ehren.

Erziehung als Säule

Kinder und Jugendliche in theoretischen, praktischen und sozialen Aspekten auf den Beruf vorbereiten – das ist das Ziel der Gemeinschaftshauptschule (GHS ) Kirchenfeld in St. Tönis. „Die Vermittlung des Fachwissens im Rahmen der Stundentafel ist unser Kerngeschäft, aber nur eine Säule der schulischen Arbeit“, teilt die GHS mit. „Die zweite stellt unsere Erziehungsarbeit dar“, heißt es weiter, das Ziel ist, die Schüler zu Selbstdisziplin, Konsequenz, Respekt, Selbstständigkeit, Selbstverantwortung und Sozialfähigkeit zu erziehen.

Die Arbeitsschwerpunkte in diesem Bereich sind unter anderem die Beratung bei Problemen in der Schule und im familiären Umfeld, die Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Polizei oder der Jugendgerichtshilfe, sowie stundenweise Sitzungen mit Schülern zum Verarbeiten persönlicher Defizite wie ständiges Stören oder respektloses Verhalten. Des weiteren bietet die Hauptschule eine Arbeitsgemeinschaft (AG) „Anti-Aggressionstraining“ und ein Programm zur Gewaltprävention an. Die pädagogische Übermittagsbetreuung ist ein weiterer Baustein.

Als Basis ist ein hohes Engagement der Lehrer – „oft weit über unterrichtliche Belange hinaus“ – und der beiden Sozialarbeiter ebenso notwendig wie die intensive Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulischen Institutionen. Durch die Agentur für Arbeit oder die Kreisjugendhilfe gibt es etwa feste Beratungstermine, die Bundeswehr informiert Schüler über die Ausbildungsmöglichkeiten bei ihr, in so genannten Meisterstunden werden verschiedene Handwerksmeister besucht, oder im niederländischen Venlo ein interkulturelles Training angeboten.

Im Stundenplan werden ab Klasse 7 Technik und Hauswirtschaft angeboten, ab Klasse 8 kommt Wirtschaftslehre hinzu. In Projektarbeiten gibt es diverse Praktika, eine Schülerfirma mit dem Verein „Handwerker in Tönisvorst“ für die Jahrgangsstufe 9/10 ist in der Gründung. Da aber zum Beruf auch die Teamfähigkeit zählt, bleibt der Fokus auf sozialen Werten, die sich auch im Engagement der Schule widerspiegeln: Die GHS unterstützt den Martinverein St. Tönis, packt etwa die Tüten oder verteilt Weckmänner an Senioren, und stellt als einzige weiterführende Schule der Stadt den Schülerlotsendienst.


 
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