Tönisvorst: Klasse – ob Strauß oder Abba
VON JÜRGEN KARSTEN - zuletzt aktualisiert: 05.06.2007Tönisvorst (RPO). Drei Stunden temperamentvolle Tanzdarbietungen: Die 120 Ballettmädchen zwischen drei und 20 Jahren zeigten bei der „BenefizGala“ des Tönisvorster Ballett-Studios von Sophia Rajkowski ihr Können. Die Besucher waren begeistert.
Was an Disziplin, Körperbeherrschung und Trainingsfleiß dazu gehört, ein derart abwechslungsreiches Programm in Szene zu setzen, kann man nur ahnen. Und was sich dabei an fliegenden Kostümwechseln bei insgesamt 600 kreativ gestalteten Kleidern hinter den Kulissen abgespielt hat, kann man ebenfalls nur vermuten. Auf der Bühne jedenfalls wurde so viel bunte Unterhaltung geboten, dass das Publikum begeistert mitging. Dabei spannte die Choreografie von Sophia Rajkowski (musikalische Leitung: Ehemann Mieczyslaw) einen internationalen und populären Bogen bei den diversen Tanzszenen.
Nach dem glanzvollen Opening mit „New York New York“ hatten erst einmal die knallgelben Entchen der „Pampers-Riege“ die Bühne für sich. Stepptanz der großen und kleinen Ballettelevinnen mit einer Aufnahme aus den 20er Jahren des Jazzklassikers „Tiger Rag“ und einem Ausschnitt aus dem Musical „A Chorus Line“ leitete das Programm über zu akrobatischen Künsten. Dabei zeigten die Mädchen ihre Kunstfertigkeit und ihre Standfestigkeit auch bei schwierigen Hebefiguren.
Tausend Schülerinnen
Das Ballettstudio Sophie Rajkowski besteht seit fast einem Vierteljahrhundert. In dieser Zeit wurden einige tausend Schülerinnen, auch einige Schüler, ausgebildet. Mit den Premieren, die dem Publikum viel Freude machten, wurde viel Gutes bewirkt. Insgesamt sind etwa 50 000 Euro für wohltätige Zwecke zusammen gekommen. Das Ballettstudio ist in den Räumen Hochstraße 16 in St. Tönis untergebracht. Kontakt: Telefon 02151/795988
Die Angebotspalette umfasst: Grundausbildung, klassischer Tanz, Akrobatik, Jazz- und Moderner Tanz, Stepp- und Showtanz, tänzerische Gymnastik .
Anfangs sah man die Angespanntheit in den Gesichtern der kleinen und großen Balletteusen, später lockerten sich die Mienen: Man merkte den Tänzerinnen die Freude am Tanz und der Bewegung deutlich an.
Bürgermeister Albert Schwarz, der zum letzten Mal die Show und Revue moderierte, führte mit viel Herz durch das Programm und machte Interviews mit Akteuren, Trainerinnen und engagierten Müttern. Wie sehr die Ballerinen an ihrer Schule und am Tanzen hängen, unterstrich Rebecca Tan (20), die sich mit Blumen von ihrer Ballettmeisterin verabschiedete, weil sie ein Studium aufnimmt und die Schule verlassen wird: „Es war eine unvergessliche Zeit für mich, ich werde dem Tanzen immer verbunden bleiben und auch die Schule wieder besuchen, um zu sehen, was die Mädchen so machen.“ Zu Beginn der zweiten Hälfte sprang der Funke sofort über mit dem klassischen Spitzentanz zu „Perpetuum Mobile“ von Johann Strauß Sohn, zu den Klängen von Abbas „Money Money“ und zu den Klängen des Musicals „Grease“.
Jazz Dance in fantasievollen Kostümen, ein moldawischer Tanz, der Tanz der Schwarzwaldmädel und der polnische Nationaltanz „Krakowiak“ gehörten dann nach der Pause zu den Publikumslieblingen, ebenso wie der „Stuhltanz“ nach „Big Spender“, und einmal mehr überzeugten die hervorragenden Akrobaten 2007. Beim Finale waren dann alle wieder auf der Bühne. Der Erlös wird wie in früheren Jahren wieder einem guten Zweck zugeführt: diesmal für kulturelle Projekte des Stadtkulturbundes zu Gunsten von Tönisvorster Kindern und Jugendlichen.
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