Tönisvorst: Knöllchen per iPhone
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2010Tönisvorst (RPO). Die Mitarbeiter des Tönisvorster Ordnungsamtes sind jetzt mit den modernen Mobiltelefonen ausgestattet. Mit den Geräten können sie nicht nur telefonieren, sondern auch Parkvergehen erfassen und sofort Beweisfotos sichern.
Wenn Stefan Lennartz neuerdings Knöllchen verteilt, sieht das genau so aus, als würde er eine SMS verschicken. Mit dem Mobiltelefon in der Hand steht er vor einem geparkten Fahrzeug und tippt mit den Fingerspitzen auf dem Touchscreen herum. Statt einer Kurznachricht gibt der stellvertretende Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Tönisvorst aber das Kennzeichen eines Autos ein, den Fahrzeugtyp und den Ort des Parkvergehens.
Das machen Lennartz und die übrigen Mitarbeiter des Fachbereichs seit Anfang November aber nicht mehr mit den herkömmlichen Erfassungsgeräten, sondern mit iPhones.
Drei Geräte in einem
Drei dieser Mobiltelefone der Firma Apple hat sich die Stadt Tönisvorst zugelegt. Alle sind ausgestattet mit einem speziellen Hilfsprogramm – einer so genannten App – zur Erfassung von Parkvergehen. "Wir haben damit drei Geräte in einem", sagt Stefan Lennartz. Mit dem Gerät kann man telefonieren, die Parkvergehen erfassen und dank eingebauter Kamera auch gleich die Beweisfotos machen. "Bis zu vier Bilder pro Fall sind möglich, außerdem können wir auch das jeweilige Verkehrszeichen aufnehmen", erklärt Lennartz.
In anderen Städten
Ausstattung Die iPhones haben eine Schutzhülle sowie eine Schutzfolie für das Display.
Verteilung Ein iPhone hat der Mitarbeiter des Fachbereichs, der sich um den ruhenden Straßenverkehr kümmert. Ein weiteres iPhone steht unter anderem dem Kommunalen Ordnungsdienst zur Verfügung.
Vorbild Die iPhones werden auch in beispielsweise in Kerpen, Wegberg, Mettmann, Mülheim oder Solingen.
Die moderne Technik soll den Mitarbeitern des Fachbereichs die Arbeit erleichtern, die anhängenden Verfahren zu den Verwarnungsgeldern aber zugleich beschleunigen. Bislang mussten alle erfassten Parkvergehen nach dem Rundgang durch die Stadt im Büro eingegeben werden.
"Das iPhone sendet die Daten mit der Erfassung automatisch an den Computer", sagt Stefan Lennartz. Nicht selten seien in der Vergangenheit Autofahrer, die den Hinweis auf das kommende Verwarnungsgeld an ihrem Fahrzeug vorgefunden haben, aufgebracht in der Verwaltung aufgetaucht und hätten nach dem konkreten Vergehen gefragt – oft vergebens, weil die Fälle noch nicht erfasst waren. "Jetzt können wir ihnen mit einem Blick in den Computer sofort den Grund für die Verwarnung erklären", sagt Lennartz.
Zwei Wochen hatten die Mitarbeiter Zeit die neuen Geräte in der Praxis zu testen. "Wie bei jedem neuen Gerät gab es zu Beginn ein paar Bedienungsschwierigkeiten", erzählt Stefan Lennartz. Inzwischen seien die aber ausgeräumt und die iPhones im täglichen Einsatz bewährt.
"Das Tolle ist, dass die Geräte lernen", findet Lennartz. Jedes Ortskennzeichen, das er einmal eingegeben hat, steht beispielsweise automatisch in einer Liste zur Verfügung. In Zukunft soll zudem per GPS-Ortung der aktuelle Standort des Handys erfasst werden können. "Wenn ich dann ein Bild von einem falsch geparkten Auto mache, weiß das iPhone direkt, an welcher Stelle das ist", erläutert Lennartz.
Wolfgang Schouten, Leiter des Fachbereichs, ist deshalb überzeugt von der Investition. "Wir sind sicher, dass es ein zukunftsorientierter Schritt ist", sagt er.
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