Stadt Willich: Kunsthandwerk auf dem Diepeshof
VON ANGELA WILMS-ADRIANS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2009Stadt Willich (RPO). Auf der Wiese tollte ein wenige Tage altes Fohlen mit seiner Mutter, an anderer Stelle beäugten schwarze Lämmer neugierig die Besucher, die zum Schauen, Essen und einfach aus Neugier den Diepeshof besuchten. Nicht weit entfernt vom Schiefbahner Zentrum lud der "Hof Kunsthandwerker Markt mit Charme" ein, Natur, Kunst und Gastlichkeit zu erleben. Der Diepeshof ist der fünfte von 30 ausgewählten Bauernhöfen in NRW, wo auf Martin Klotz´ Initiative hin regionale und überregionale Kunsthandwerker selbst gefertigte Produkte ausstellten und gerne Einblicke in ihre Arbeit gewährten.
Die Hofbesitzer Traudel und Willi Mertens mit den drei erwachsenen Söhnen Christian, Heinz und Stefan trugen einheitliche Polohemden mit dem Emblem des Hofes und standen unermüdlich als Ansprechpartner bereit. Etwa 20 Aussteller breiteten auf zwei Innenhöfen und in der weiträumigen Scheune eine bunte Vielfalt von Floristik, über Kleidung bis hin zum Schmuck aus. Zwischen dem Schauen konnten sich die Besucher dank der angebotenen Gastronomie stärken, aber auch ungewöhnliche Geschmacksvarianten kennen lernen. Von 165 Senfsorten hatte Dietmar Päps aus der Alt Viersener Senfmanufaktur 70 Delikatessen mitgebracht. Christiane Schmidt erklärte gerne die Besonderheiten des Methonigs mit einem Alkoholanteil von 6 bis 12 Prozent. Für Kenner des Getränks hielt sie passende Trinkhörnchen bereit, warnte aber den Ungeübten vor der Gefahr des Überschüttens.
Die Eheleute Mirko und Susanne Gersak experimentieren rund um den Werkstoff Metall. Auf schmalen Platten erschaffen sie strenge und lebendig bewegte Oberflächen und nutzen dabei die Wirkung von Rost und Flammen. Für alle Fälle hatte Theodora Finke ihre Nähmaschine mitgebracht. Die von ihr entworfenen und genähten Jacken sind ausschließlich Unikate und können meist beidseitig getragen werden. Mit wenigen Griffen kann der zukünftige Besitzer einen Regenschutz in eine Mohairjacke verwandeln. Walter Witte breitete glatt gearbeitete und rustikal belassene Holzarbeiten aus, Dieter Weinhoff hingegen bewies seine Liebe für die Tiffany Technik. An Christine Wagners Stand erschufen ungezählte handgefertigte und selbst gebrannte Glasperlen eine schillernde Farbpalette. Wie ihre Mitstreiter erklärte auch sie gerne ihre Technik: "Ich wickele das flüssige Glas um einen Stab und gestalte die Muster. Wenn ich den Stab herausziehe, habe ich zugleich das Loch zum Auffädeln".
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