Stadt Willich: Kuscheln mit der Vogelspinne
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 25.04.2009Stadt Willich (RPO). Wenn Dr. Stephan Loksa mit seiner mintfarbenen Kühltasche anreist, dann steht etwas ganz besonderes an. Was, das erfuhren jetzt die Kinder im Wekelner Kindergarten Traumland.
"Hallo, ich bin der Spinnenmann Stephan und möchte euch ein bisschen kleine und große Spinnen vorstellen", begrüßt Dr. Stephan Loksa die 16 Kinder, die auf den beiden Turnbänken sitzen und ihn mit erwartungsvollen Augen ansehen. Der Biologe und ausgebildete Pädagoge nimmt zwei Gießharzmodelle in die Hand. Das seien Spinnen, die schon gestorben sind, informiert er. Emre (3 Jahre) ist das nicht geheuer.
Mit skeptischem Blick schaut er auf die Präparate im Giesharz an: "Ich will nicht." Berührungsängste dieser Art haben die andere Kids nicht. "Das sind ja nur tote Spinnen", ist Sarah schlichtweg enttäuscht. Aber die Enttäuschung währt nicht lange. "Wollt ihr sehen, wie schnell eine Spinne laufen kann", fragt der Spinnenmann. Alle sind begeistert, bis auf Emre, der sich als neuen Platz den Schoss der Kindergartenleiterin Petra Fretschen ausgesucht hat. Loksa öffnet einen der kleinen Kunststoffbehälter und setzt die Wolfspinne ab. Die flitzt auch direkt los.
Kontakt
Der Arachnologe Dr. Stephan Loksa bietet neben Veranstaltungen mit Spinnen für Kindergärten und Schulen auch Spinnenangstabbaukurse an.
Er ist unter der Mobilnummer 0170/2755471 bzw. Mailadresse spinnen@loksa.de zu erreichen.
Das nächste Exemplar ist eine Zitterspinne. Der Behälter macht die Runde und Loksa erklärt, dass die Spinne Babys bekommt. Die Kugel an ihr sei der Eierball, den sie ablege und aus dem die kleinen Spinnenkinder schlüpfen würden. Langsam werden die Spinnen größer und haariger, aber die Begeisterung der Kinder hält an. Rund um die Spinnen drehte sich gestern alles in der Städtischen Tageseinrichtung für Kinder Traumland. Zum nunmehr dritten Mal war der Arachnologe auf Einladung des Fördervereins zu Gast. Im Gepäck in Form einer beheizten Kühltasche, heimische Spinnen, sowie Vogelspinnen und eine Tarantel. "Uns ist es wichtig, dass die Kinder lernen, das Spinnen keine Igitt-Tiere sind, sondern nützliche Insektenfresser sind", betont Fretschen. Mittlerweile hat Loksa die erste Vogelspinne auf der Hand. "Das ist Klara und sie würde auch gerne guten Tag sagen", erklärt er. Köpfe gehen neugierig nach vorne, als der Arachnologe die Reihen abgeht. Selbst Emre, der vorher äußerst ablehnend war, zuckt nicht zurück. Er hat sich in der kurzen Zeit schon ganz gut an die Krabbeltiere gewöhnt.
"Kann ich die mal streicheln?", will Sina wissen. Ein Nicken vom Fachmann. Vorsichtig fährt die Vierjährige die Hand aus und fühlt zart über den behaarten Spinnenkörper. "Sie ist ganz weich", strahlt Sina und hält die Hände auf. Greta wechselt von Loksa zu Sina. Das kleine Mädel ist begeistert. Nun wollen die anderen auch einmal. Derweil erklärt Loksa einiges über Greta und ihr Leben. Dass die neunjährige Spinnendame an spiegelglatten, senkrechten Flächen laufen kann, wollen die Kindergartenkids nicht so richtig glauben. Also muss Greta an die Fensterscheibe. Und siehe da, sie läuft auf ihr entlang.
Der Höhepunkt aber ist die Spinne auf dem Kopf. Sina hat wieder die Nase vorn und ist die erste. "Das kitzelt", lacht sie und möchte sich am liebsten gar nicht von Greta trennen. Aber die anderen wollen auch mal. Wann hat mal schon einmal die Gelegenheit mit Vogelspinnen zu kuscheln.
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