Tönisvorst: Löschen, retten, feiern
VON WILLI SCHÖFER - zuletzt aktualisiert: 28.09.2009Tönisvorst (RPO). Rettungs- und Löschübungen boten die Feuerwehrleute des Löschzuges St.Tönis gestern den Zuschauern, die anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Wehr gekommen waren. Am Samstag gab es ein Festbankett.
Vor allem beim gestrigen Aktionstag zeigten viele St. Töniser durch ihren Besuch in der Innenstadt ihre Verbundenheit mit ihrer Feuerwehr. Dabei wurde natürlich auch an die Anfänge erinnert. "Käthchen, ich glaube, es brennt." Nach diesen Worten suchte der Schreiner Wilhelm Kohnen mit seiner Frau und Käthe schnell das Weite.
Der Dachstuhl ihres "Papphauses" stand in Flammen. Mit dem Fahrrad und mit der alten Handspitze von 1926 rückten die Wehrmänner in historischen Uniformen an und bekämpften die Flammen. An der Löscheimer-Kette mussten sich auch wie früher Nachbarn beziehungsweise diesmal Gäste aus dem Publikum beteiligen. Der Chef mit der Pickelhaube hieß Ferdi – wie könnte es anders sein – Löscher.
Glückwünsche vom Minister
Zu den ersten Gratulanten gehörten schriftlich NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf und persönlich Landrat Peter Ottmann. Persönliche Worte kamen auch vom Tönisvorster Bürgermeister Albert Schwarz: "Wir können nur sehr dankbar sein, dass es sie gibt". Der Bürgermeister hatte als Geschenk Nahrhaftes mitgebracht. Die Getränke und Speisen beim Festbankett bezahlte die Stadt. "Das ist uns unsere Wehr zumindest wert."
Was noch wichtig ist
Ehrung Beim Festbankett des St. Töniser Löschzuges erhielt für 25-jährige aktive Zugehörigkeit Peter Grabowsky das silberne-Feuerwehr-Ehrenzeichen. Auf die Bühne wurden auch Johannes Nellessen und Rolf Peschken geholt, die das Ehrenzeichen schon bei der Generalversammlung erhalten hatten.
Vorgestellt wurde beim Bankett der neue stellvertretende Löschzugführer Frank Meier, der zum Ende des Monats Rolf Peschken ablösen wird. Peschken wird dann Wehrführer. In die Ehrenabteilung wurde nach 42jähriger aktiver Dienstzeit Heinz Kleefisch (60) verabschiedet.
Beförderungen Eine Rangstufe höher kletterten Lukas Plischke, Florian Grabowsky, Marcel Zachau, Lars van den Heuvel, Benjamin Weber, René Dückers, Philip Winkler und Ralf Sielaff.
Kurz zuvor hatte es lang anhaltenden Beifall gegeben, als der 46-köpfige Jubiläumszug beim Bankett geschlossen die Bühne des Forums im Corneliusfeld betrat. Darunter als einzige Frau: die 22-jährige Stephanie Grabowsky, eine Studentin der Sicherheitstechnik.
Es hatte schon beschwingt begonnen, mit der Blaulicht-Fete im Forum. Zwei DJ's aus Kempen bewegten die Plattenteller. Während gestern bei Musik der der "Räuber" auf dem großen Parkplatz die Post so richtig abging, war es dort am Abend zuvor mucksmäuschenstill gewesen: der Spielmannzug Oppum und das Pfarr-Orchester aus Gellep-Stratum spielten den Zapfenstreich mit der abschließenden deutschen Nationalhymne. 32 Fackelträger und besondere Illuminationen sorgen für ein imposantes Bild.
Gestern zeigten die Feuerwehrleute in der City inmitten des riesigen Fahrzeugparks einige Übungen. Vom Trubel ließen sich Gebirgsschweißhund "Mogli", Großpudel "Gustav" oder Retriever "Murphy" nicht sonderlich beeindrucken: Die vierbeinigen Vertreter der Rettungshundestaffel bewegten sich spielerisch über waagerecht stehende Leitern oder auf den Gerüsten.
Derweil die jungen Wehrmänner am Fan-Shop jede Menge zu tun hatten. Renner, auch für die zweijährigen Lukas Stieger und David Tötsches, waren die Mini-Feuerwehrhelme. Oder die kleinen Feuerwehr-Käppis, mit der Aufschrift: "Wir machen auch Hausbesuche…"
Ein dickes Kompliment
"Ich muss meinen Kameraden ein dickes Kompliment machen, was die in den vergangenen Tagen geleistet haben." Löschzugführer Hans-Gerd Wolters lobte die Feuerwehrleute. Er war sichtlich zufrieden mit den Feierlichkleiten.
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