Stadt Willich: Nach der Pflicht folgt die Kür
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Stadt Willich (RP). Der Kirchbauverein St. Johannes Anrath renoviert das nördliche Querschiff. Dazu werden zwei Fenster hinter der Orgel ausgebaut und das Mauerwerk überprüft. Die Kosten der Ausmalung der Kirche sind noch nicht gedeckt.
Mehr als 193 000 Euro nimmt der Kirchenbauverein St. Johannes Anrath in die Hand, um das nördliche Querschiff der Anrather Pfarrkirche zu renovieren. Mit diesen Kosten kalkuliert der Verein. 99 615 Euro der Summe stammen aus Kirchensteuermitteln des Bistums Aachen, erläutert Ulrich Bons vom Vorstand des Kirchbauvereins. "Der Kirchbauverein unterstützt die Maßnahme mit 35 000 Euro. Die weiteren Mittel fließen aus Kapitalien der Pfarre sowie dem laufenden Etat ein", ergänzt Bons.
Mit dem Geld geht es an die Sanierung im nördlichen Querschiff der Kirche hinter der Orgel. Die Maßnahme betrifft zwei Kirchenfenster und den Giebel. Erschwert werden die Arbeiten dadurch, dass sich eines der Fenster genau hinter der Orgel befindet. "Wir müssen einen Teilausbau der Orgel vornehmen lassen. Die beiden großen Pfeifen links sowie die Pfeifen weiterer Register im Inneren der Orgel baut ein Fachmann aus", erklärt Bons. Der Teil der Kirche, in dem die Sanierungsarbeiten laufen, wird von außen und innen eingerüstet, eine kostenintensive Arbeit, wie der Mirchbauverein erläutert. Immerhin rüstet die beauftragte Fachfirma aus Aachen von außen bis in rund 30 Meter Höhe ein.
750 000 Euro gegeben
Spenden Seit 1984 sind für den Kirchenerhalt 750 000 Euro gespendet worden.
Kirchendecke Mit einer Spende von 15 Euro kann ein Quadratmeter Kirchendecke gestrichen werden.
Beitrag Der Jahresbeitrag des Kirchbauvereins St. Johannes Anrath liegt bei zwölf Euro.
Dann nehmen die Handwerker die aus den bisherigen Sanierungen bekannten Arbeiten vor: Sie bauen die bunten Fenster aus. Es folgen die Steinmetzarbeiten am Mauerwerk, wobei die Handwerker den gesamten Giebel überprüfen und gegebenenfalls neu verfugen. Danach erfolgt der Einbau der Schutzverglasung und die in Messingrahmen gesetzten künstlerischen Kirchenfenster werden wieder eingebaut.
Bei der Ausmalung der Kirche, die der Kirchbauverein in diesem Jahr Stück für Stück gerne angehen möchte, kann er auf die teueren Gerüstkosten verzichten. Stattdessen soll ein so genannter Steiger zum Einsatz kommen. Die Vorteile liegen neben den geringeren Kosten darin, dass die Kirche trotz der Arbeiten weiterhin für Gottesdienste genutzt werden kann und die Besucher den Prozess abschnittsweise verfolgen können.
Allerdings sind die Kosten der Ausmalung – sie belaufen sich auf 218.000 Euro – noch nicht gedeckt. Es soll so weit gemalt werden wie Geld vorhanden ist. "Erst kommt die Pflicht, dann die Kür", beschreibt Peter Theisen vom Kirchbauvereinvorstand die Vorgehensweise. Und die Ausmalung der restlichen Kirche wie die bereits gestaltete Kreuzwegkapelle gehört für den Verein eindeutig zur Kür. Zur Pflicht gehört noch, das Fenster über der Sakristei und das Michaelsfenster entsprechend zu sanieren.
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