Tönisvorst: Narren auf neuen Wegen
VON THEA ELBERTZ - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Tönisvorst (RP). Die Tönisvorster Narren stürmen natürlich am Altweiber-Donnerstag wieder das Rathaus. Diesmal jedoch nicht wie all' die Jahre zuvor um 18 Uhr. Bereits um 11.11 kämpfen die organisierten Jecken um die Beamtenburg.
Es sei der Versuch, mal etwas Neues zu machen, sagt Mirko Klücken, Vorstandsmitglied des Tönisvorster Karnevalskomitees, zu der Veränderung. Ohnehin käme Karneval wie anno dazumal in der heutigen Zeit nicht mehr so gut an. Veränderungen täten Not. Erste Schritte haben die Karnevalsvereine mit dem TKK an der Spitze also schon getan, weitere sollen folgen.
Viele Ideen seien auch von Prinz Thorsten Engler gekommen, sagt Klücken. Er glaubt, dass der Rathaussturm am Vormittag eine interessante Sache werden könne. Dann sei Wochenmarkt, und viele Menschen seien in der St. Töniser Innenstadt unterwegs, außerdem beteiligten sich die Kinder vom Familienzentrum Marienheim.
Tulpensonntagszug
Höhepunkt der närrischen Session in Tönisvorst ist der Tulpensonntagszug in St. Tönis. Er beginnt am 19. Februar um 14.11 Uhr. Der Zug stellt sich ab 13 Uhr auf der Benrader Straße auf.
Marienheim-Kinder kämpfen mit
Wegen des Wochenmarktes steht der Rathausplatz den Narren nicht zur Verfügung. Der "Kampf" um die Herrschaft in der Stadt wird sich in erster Linie vor dem Rathaus-Eingang abspielen, dann geht es zum Verwaltungsgebäude an der Bahnstraße, wo die Karnevalisten den Schlüssel zur Stadt erobern wollen. Erfahrungsgemäß ist der Widerstand der Stadtspitze eher schwächlich ausgeprägt. Außerdem haben die Jecken als Trumpf die Kinder vom Marienheim an ihrer Seite, die für den Bürgermeister eine Überraschung geplant haben.
Der Karneval in Tönisvorst hat – wie in anderen Städten auch – in den letzen Jahren gelitten. Es gibt inzwischen weniger Veranstaltungen als früher. Das liegt laut Klücken unter anderem an den sinkenden Besucherzahlen. Außerdem hat es dem Brauchtum in Tönisvorst nicht gut getan, dass es zwei Jahre ohne großes Prinzenpaar auskommen musste. Und schließlich stand der Karnevalszug in Vorst 2011 unter keinem guten Stern, wegen der Ausschreitungen damals findet er nun erst gar nicht statt.
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Klücken führt als Beispiel die Sitzung der Nachtfalter und die ausverkaufte tolle Prinzengala an. "Wir versuchen, das Brauchtum aufrechtzuerhalten", sagt das TKK-Vorstandsmitglied. Man werde sich zusammensetzen müssen und sehen, wie Karneval in Tönisvorst weiter gestaltet werden könne.
Vielleicht mache es ja keinen Sinn, dass zwei Vereine zwei kleine Veranstaltungen aufziehen. Vielleicht ist eine gemeinsame große Sitzung besser. Es gebe viele Gedanken, über die nach Karneval 2011/2012 gesprochen werden müsse, meint Mirko Klücken: "Man kann nicht alles von heute auf morgen ändern, wir sind ja nicht hauptberuflich Karnevalist."
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



