Willich: Noch nicht vorbei an Schmitz-Backes
VON GÜNTER VERSTAPPEN - zuletzt aktualisiert: 13.09.2006Willich (RPO). Das rheinische Stück heißt „Schmitz Backes“, und die Tragik des Festspielvereins Schloss Neersen liegt darin, dass er noch nicht an Schmitz Backes vorbei ist. Und bis dahin droht, wie die Überlieferung zu berichten weiß, immer noch eine Menge Prügel. Zwar deutet alles darauf hin, dass die Willicher Festspielmacher eine Intendantin verpflichtet haben, die mit großer Professionalität zu Werke gehen wird. Doch wann sie damit stabile Pflöcke in die wackelige Virmond-Bühne schlagen kann, steht dahin. Immerhin muss sich Neersen zunächst vom Image-Loch erholen. Und ein neues Festspiel-Profil und eine Werbung, die das vermittelt, sind noch nicht erkennbar.
Zur Erinnerung: Der Leiter der Burgfestspiele Mayen hat die ersten Flyer für die nächste Saison bereits versandt. Müssen nicht Stadt Willich und Festspielverein über ein besseres Management nachdenken? Über mehr erfahrene und deshalb eventuell auch teurere Schauspieler? Nehmen wir an, ein völlig verregneter Sommer 2007 lässt die Zuschauerzahlen weiter in den Keller rutschen. Wird dann zumindest der Ruf der Festspiele soweit hergestellt, dass auf den gebotenen Leistungen aufgebaut werden kann?
Ein Manko Neersens ist, dass der Festspielort, das Virmondsche Schloss, längst nicht so attraktiv ist wie andere Burgen – etwa die Genoveva-Burg in Mayen oder die Heimstatt Götz von Berlichingens in Jagsthausen, in dessen Götzenburg die neue Intendantin gearbeitet hat. Ein Vorteil Willichs könnte hingegen werden, dass es in einem Ballungsgebiet liegt – man suche zum Vergleich nur im einsamen Flussverlauf der Jagst zum Neckar die Burg Jagsthausen. Die Festspielverantwortlichen dürfen die Verpflichtung der neuen Intendantin nur als ersten Schritt begreifen und müssen weiter grübeln, bevor sie an der nächsten Festspielbühne dübeln. Denn wie gesagt: An Schmitz Backes sind Willichs Kultur-Obere noch nicht vorbei.
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