Tönisvorst: Positive Ausgangslage
VON THEA ELBERTZ - zuletzt aktualisiert: 26.12.2010 - 17:03Tönisvorst (RPO). In den 90er Jahren ist die Stadt Tönisvorst stark gewachsen. Das hat sich geändert. Inzwischen schrumpft die Bevölkerungszahl. Zudem werden die Bürger älter. Die Stadt muss sich auf den demographischen Wandel einstellen, sagt der Bürgermeister. Die Ausgangslage sei aber positiv.
Leserforum
Fragen Wie beurteilen Sie die Lage der Stadt Tönisvorst: Welche Chancen, welche Gefahren sehen Sie für die weitere Entwicklung des Ortes? Wo finden Sie Schwachpunkte, wo Stärken? Haben Sie Vorschläge, wohin die Politik in den nächsten zwei Jahrzehnten steuern soll?
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Die junge Stadt am Niederrhein: Tönisvorst, in der Randzone der Ballungszentren Krefeld und Düsseldorf gelegen, erfreute sich wachsender Beliebtheit. Als der Trend noch hinaus aufs Land ging, wuchs die Stadt kontinuierlich. Ende 1990 hatte Tönisvorst fast 26 000 Einwohner, am 30. Juni 2006 waren es schon 31 200.
Die Zeiten haben sich geändert: Tönisvorst schrumpft, und die Bürger werden älter. Seit 2006 sank die Zahl der Tönisvorster auf 29 801 (Stand 16. Dezember 2010). Davon leben 22 792 in St. Tönis und 7009 in Vorst. 10 988 Männer leben in St. Tönis, 3482 in Vorst. 11 805 Frauen sind es in St. Tönis, 3527 in Vorst.
Vorhersage nicht eingetroffen
Noch im Jahr 2003 haben die Hochschule Niederrhein und der Kreis Viersen der Stadt Tönisvorst bis 2020 ein geringfügiges Wachstum vorhergesagt. Sterbeüberschüsse würden durch Wanderungsgewinne ausgeglichen, hieß es damals. Die Vorhersage ist nun nicht eingetroffen. Bereits jetzt ist die Zahl der Einwohner in Tönisvorst im Vergleich zu 2006 um 1399 gesunken (4,5 Prozent).
Das liegt laut Bürgermeister Thomas Goßen nicht an vermehrten Wegzügen oder fehlenden Zuzügen – sondern am viel zitierten demografischen Wandel. Jüngere Menschen würden weniger, und weniger Kinder würden geboren. Diese Entwicklung wird nicht ohne Folgen für die Stadt bleiben. Müssen manche Kindertagesstätten und Schulen schließen mangels Nachwuchs? Werden wegen der wachsenden Zahl alter Menschen mehr Alten- und Pflegeheime gebraucht?
Natürlich müsse die Stadt sich wandeln, meint Goßen. Allerdings sei die Ausgangsposition durchaus positiv. So verliere die Stadt ihre Einwohner nicht, weil möglicherweise die Vorzeichen nicht stimmten, es an Attraktivität mangele. Im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Viersen stehe Tönisvorst bei der Einwohnerentwicklung auch sehr gut da, erläutert Goßen.
Die Grundstückspreise seien stabil, allerdings sei die Ausweisung neuer neuer Wohngebiete jetzt ausgereizt. In der Diskussion ist nur noch der Bebauungsplan Am Försterhof in Vorst. Hier sind aber noch die Archäologen auf der Suche nach eisenzeitlichen Siedlungsplätzen oder auch nach einem mittelalterlichen Gehöft. Was aus den Bebauungsplänen wird, ist noch offen.
Um die Infrastruktur ist es derzeit in Tönisvorst gut bestellt. Neben dem ÖPNV gibt es den Bürgerbus, Eine Einrichtung, die das rege ehrenamtliche Engagement der Tönivorster unterstreicht. Und auch dies sei maßgeblich für eine lebenswerte Stadt, betont Thomas Goßen. Zwei Altenheime sind für die ältere Generation am Ort, die ärztliche Versorgung stimmt, Kindergärten sind ausreichend vorhanden, zum Teil werden Einrichtungen bereits erweitert. Bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen ist die Stadt gut ausgerüstet, im Bereich der Offenen Ganztagsgrundschule ist sie auf einem guten Weg. Mit dem Bau der OGS an der Cornelisstraße soll jetzt begonnen werden. Noch stehen den Schüler alle drei bewährten weiterführenden Schulformen in der Stadt zur Verfügung. Und die Wirtschaft vor Ort ist geprägt durch kleinere Betriebe und mittelständische Unternehmen. Sie gelte es zu pflegen, sagt Goßen.
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