Stadt Willich: Ratgeber für den Trauerfall
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010Stadt Willich (RPO). Mit dem Thema Tod befassen sich viele Menschen eher ungern. Im Trauerfall sind Hilfestellungen aber dringend nötig. Damit man sich über Formalitäten informieren kann, gibt es in Willich jetzt einen "Friedhofswegweiser".
"Der Friedhofswegweiser hilft, die Dinge zu planen und zu steuern", erklärt Willichs Bürgermeister Josef Heyes, warum die Stadt Willich in Zusammenarbeit mit dem Mammut-Verlag aus Leipzig einen "Friedhofswegweiser" erstellt hat. Das 68 Seiten umfassende Heft stellt die vier städtischen Friedhöfe mit Grundriss, Fotos, Ansprechpartnern und Geschichte vor.
Bestattungsformen
Darüber hinaus enthält der Wegweiser noch viele weitere Informationen etwa zu den Themen Sterbevorbereitung, Tod, Hospiz-Arbeit, Trauer und Bestattung. Dabei geht es auch um die verschiedenen Bestattungsformen von der traditionellen Erd-, über die Urnen- bis hin zur Bestattung auf See. Die Bilder zeigen, wie zum Beispiel ein Urnenreihen- oder ein Urnenwahlgrab gestaltet werden kann. Auch formelle Themen wie Erb- und Steuerrecht werden in dem Ratgeber angesprochen.
Auf einen Blick
Titel "Friedhofswegweiser – Diesseits und Jenseits"
Auflage Der Friedhofswegweiser hat eine Auflage von 5000 Stück.
Bezug Er liegt ab dem kommenden Montag, 1. Februar, an den Friedhöfen, in Kirchengemeinden, Altenheimen oder beim Malteser-Hilfsdienst und in den Begegnungsstätten aus.
Anfordern Außerdem kann er kostenlos bei der Stadt Willich unter Tel. 02156 949326 angefordert werden.
Die Broschüre wurde vom Mammut-Verlag aus Leipzig für die Stadt Willich kostenneutral erstellt. Das soll heißen: Der Wegweiser finanziert sich aus den Anzeigen verschiedener Unternehmer und Dienstleister, die den Verstorbenen und seine Angehörigen in der letzten Phase des Lebens und danach unterstützen. So stellt eine Trauerrednerin aus Krefeld die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier vor oder die Rheinische Treuhandstelle für Dauergrabpflege informiert darüber, wie die Grabpflege verlässlich organisiert wird.
Wegweiser für 150 Städte
Da die Gesellschaft die Themen Sterben, Tod und Bestattung verdrängt, solle dieser Friedhofswegweiser alles wieder "ordnen", so der Verlagsinhaber Günter Meyer. Er hat das Konzept für die Info-Broschüre vor zwölf Jahren entwickelt und bereits für mehr als 150 Städte in Deutschland und Österreich solche Hefte erstellt. Bedauerlich fand er, dass die wenigsten Inserenten aus Willich stammen – so haben zum Beispiel nur ein Bestattungsunternehmen und nur ein Steinmetz die Möglichkeit genutzt, sich vorzustellen.
Die Stadt Willich habe das Projekt des Verlags unterstützt, weil sie die Pflicht habe, die Bürger zu vielen Themen zu informieren, so Heyes. Friedhöfe seien ein Teil der Stadt- und der Familiengeschichte, dort liegen "Menschen, die ihre Zeit geprägt haben". Sie sollten nicht einfach so "weg sein", auch wenn sich die Bestattungskultur verändere und ein neuer Bedarf entstanden sei. So helfe das neue Krematorium in Willich den Angehörigen, die oft langen Wartezeiten zwischen Tod und Einäscherung zu verkürzen.
Das Interesse an dem Friedhofswegweiser scheint vorhanden zu sein, kann Günter Meyer berichten. "Es liegen schon mehr als 1735 Bestellungen vor."
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