Stadt Willich: Stadt muss bei der Altenpflege handeln
zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Stadt Willich (RPO). Die Stadt Willich muss sich vor allem um die Versorgung und Betreuung von einkommensschwachen Senioren kümmern. Dazu zählt auch die Schaffung von bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum und der Ausbau „intelligenter Alternativen“ im vorstationären Bereich, bevor ein Mensch in ein Altenheim geht – so ein wesentliches Fazit im Abschlussbericht „Grundlagen für die kommunale Pflegeplanung“.
Dr. Dietrich Engels vom Otto-Blume-Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik in Köln stellte die Ergebnisse der Analyse im Sozialausschuss vor. Das Institut hatte im Auftrag des Kreises Viersen eine Erhebung zu den Angeboten für alte Menschen gemacht. Das Ergebnis für Willich: Beim Thema Altenhilfe/Pflegeplanung steht Willich in einigen Punkten besser da als die anderen Kommunen, aber es gibt kreisweit noch viel Handlungsbedarf.
Relativ gut ausgestattet ist Willich im Bereich der Beratung, wobei die erst vor wenigen Wochen angelaufene Wohnberatung noch stärkeres Gewicht gewinnen muss. Beim Thema Begegnungszentren und Seniorenorganisation gibt es gute Angebote, so Engels. Durchschnittlich ist das Angebot für Menschen mit Demenz-Erkrankungen: Hier muss die flankierende Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen erweitert werden. Handlungsbedarf besteht auch im Katharinen-Hospital – es muss sich insgesamt auf die demographische Veränderung besser einstellen: Das Krankenhaus berücksichtigt die geriatrischen und gerontopsychiatrischen Belange (die spezifischen Situationen sehr alter und altersverwirrter Menschen) nicht genug. Bei einem demenzkranken Menschen, der mit einem Knochenbruch eingeliefert wird, müssen die Mitarbeiter auch wissen, wie sich die Folgen der Verwirrung/Orientierungslosigkeit auf die gesamte Behandlung auswirken, beschrieb Engels ein Beispiel.
Auch bei der Betreuung sterbender Menschen besteht Handlungsbedarf: Engels hielt ein Willicher Hospiz mit acht bis ´zehn Plätzen für sinnvoll. Die bereits vorhandene ambulante Hospizgruppe reiche nicht aus. In beiden Fällen steht Willich aber nicht allein da, sondern es gibt im ganzen Kreis Nachholbedarf. Die Politiker verfolgten die Ausführungen mit großem Interesse – nach etlichen Fragen schlug Dr. Siegfried Kirsch vor, dass die Ergebnisse dieser Analyse mit der bereits vorhandenen städtischen Altenplanung abgeglichen werden und dann wieder Thema im Ausschuss sein sollten. Damit waren alle einverstanden.
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