Stadt Willich: Tschernobyl-Hilfe sucht noch Gasteltern
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2009Stadt Willich (RPO). Die Katastrophe ist mehr als 20 Jahre her, aber für die Kinder in Weißrussland ist das Thema "Reaktor-Explosion" eine große Belastung. In diesem Sommer will die "Tschernobyl Kinderhilfe Willich" ihnen wieder eine Erholungspause ermöglichen. "Die Kinder sind nicht krank, aber ihr Immunsystem ist geschwächt", sagt Peter Küppers, Vorsitzender des Vereins, der vormals in Kempen seinen Sitz hatte.
Küppers sucht wieder Gasteltern für den Sommer. Vom 20. Juni bis zum 18. Juli möchte der Verein möglichst viele Kinder aus der Region um den im April 1986 explodierten Reaktorblock IV des Kernkraftwerkes Tschernobyl für einen Urlaub nach Deutschland holen. Sie sollen bei Familien in Willich und den umliegenden Städten und Gemeinden leben und sich erholen.
1993 hat der Verein mit dieser Hilfsaktion begonnen: Es geht darum, den Kindern eine Möglichkeit zu geben, sich in einer gesunden Umgebung mit gesundem Essen von der permanenten Strahlenbelastung in der Luft und der verseuchten Nahrung zu erholen. Allein diese Hilfe ist für die Kinder wichtig, erklärt Küppers. "Die positiven Nachwirkungen spüren sie bis zu einem Dreivierteljahr."
Er selber war mit seiner Familie im September vergangenen Jahres in der weißrussischen Region und hat sein Gastkind, den 14-jährigen Iwan Golubew, in dem Ort Kalinkowitschi besucht, 80 Kilometer entfernt vom Reaktorgelände. Die Landschaft mit Wäldern und Seen sei wunderschön, in der Hauptstadt Minsk gebe es Prachtbauten. Aber "im Ort ist alles grau und trist, und das nur 1400 Kilometer von uns entfernt", sagt Küppers.
Wichtig für die möglichen Gasteltern: Die Kinder brauchen kein Vollzeit-Unterhaltungsprogram, sondern sollen einfach in den Familien mit leben. Einmal pro Woche finden Treffen und Ausflüge mit der ganzen Gruppe statt, damit die Gastkinder und Gastfamilien untereinander Kontakt haben. Küppers und der 2. Vorsitzende des Vereins, Lutz Cornelißen, werden interessierte Eltern vorher besuchen und ihnen die Hilfsaktion genau vorstellen.
Informationen Peter Küppers, Tel. 02156 952222 oder www.willichhelfen.de.
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