Stadt Willich: Unternehmen sind am Zug
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Stadt Willich (RP). Unternehmer müssen der Stadt Willich erklären, ob und wie viele Plätze sie für die Kinder ihrer Mitarbeiter in einem betriebsnahen Kindergarten reservieren möchten. 15 Zusagen würden der Stadt ausreichen, um zu starten.
Es wäre ein Modellprojekt, das für viele Unternehmer auch ein Pluspunkt bei der Suche nach Fachkräften wäre: In Willich soll ein Betriebskindergarten unter finanzieller Beteiligung der Unternehmen entstehen, das Projekt Betriebskindergarten "Glückskinder Willich". "Wenn wir 15 Zusagen hätten, hätten wir die Basis, um das Projekt zu starten", sagte Andrea Ritter, Leiterin des Geschäftsbereichs Wohnen und Gewerbe, bei der zweiten Info-Veranstaltung der Stadt am Donnerstagabend im Technischen Rathaus. Knapp 20 Interessenten waren gekommen, viele hatten sich schon beim Info-Frühstück vor drei Wochen für das Projekt interessiert.
Am Donnerstag erläuterten Alexandra Schubring-Braun und Nicole Düser von der Projektstelle sowie Michael Süßbeck, zuständig für Kindertageseinrichtungen bei der Stadt Willich, offene Fragen, die die Unternehmer oder deren Mitarbeiter eingereicht hatten. Dabei ging es etwa darum, ob der Kindergarten ganzjährig geöffnet sein wird oder wie die täglichen Öffnungszeiten geregelt werden.
Betriebskindergarten
Lage Der geplante Betriebskindergarten liegt zwar in Willich am Frienendorfweg, ist aber für Mitarbeiter in Unternehmen aller Stadtteile gedacht.
Kosten Das Unternehmen zahlt für einen Platz – auch in der Betreuung von Unter-Dreijährigen – ab 250 Euro im Monat, bei regulären Öffnungszeiten und wenn die Elternbeiträge an die Stadt Willich gezahlt werden.
Fragen Für Fragen stehen Nicole Düser und Alexandra Schubring-Braun von der Projektstelle unter Tel. 02154 813886 oder per Mail zur Verfügung.
info@projektstelle.de
Bei den Öffnungszeiten wurde klar, dass ein Bedarf über eine Öffnungszeit von 7.30 bis 16.30 Uhr hinaus besteht, bedingt durch die Arbeitszeiten oder Schichtdienste in den Unternehmen. Gewünscht wurden auch Fachkräfte. Dabei werde selbstverständlich das Personal so strukturiert und qualifizier, wie es das Kindergartengesetz vorsieht, sagte Süßbeck.
Bei den Unternehmensvertretern gab es unterschiedliche Ansätze. Klar ist, dass viele Firmen Plätze für Mitarbeiter-Kinder benötigen, die nicht in Willich wohnen. Dabei sind die finanziellen Regelungen zu klären, weil die Kita-Plätze von Kommunen mitfinanziert werden. Jede Kommune zahlt eigentlich auch nur den Kita-Platz für in der Kommune ansässige Familien. Schubring-Braun nannte ein Beispiel: Eine Tönisvorster Familie werde nie in Krefeld einen Platz für ein unter-dreijähriges Kind bekommen, weil Krefeld selbst für die in Krefeld ansässigen Kinder nicht genug Plätze habe.
Unterschiedliche Wünsche
Vertreter der Firma Alimex wiesen daraufhin, dass vielfach Mitarbeiter nur in Teilzeit arbeiten würden, weil sie keine darüber hinausgehende Betreuung hätten. Wären wiederum die Rahmenbedingungen anders, würden sie gerne mehr arbeiten. Ein anderer Besucher des Informationsabends meinte dagegen, dass seine Mitarbeiter überwiegend nur in Teilzeit tätig wären und entsprechend nur eine Betreuung von beispielhaft 17 Stunden pro Woche benötigten.
Das Fazit der Informationsveranstaltung: Um das Projekt im vorgesehenen Zeitrahmen – die Eröffnung soll zum Kindergartenjahr 2013 erfolgen – zu realisieren, müssten die verbindlichen Zusagen der Unternehmen möglichst bis 15. März, spätestens aber bis Ende März 2012 vorliegen. Parallel will die Verwaltung einen Vorratsbeschluss aus dem Jugendhilfeausschuss einholen, um den Kindergarten in die kommunale Bedarfsplanung zu integrieren.
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