Willich: Versuchter Mord an Ehefrau
VON NAIDA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 - 16:03Willich (RPO). Die Anwohner in Wekeln sind entsetzt: Auf offener Straße ist am Mittwochmittag eine Frau mutmaßlich von ihrem getrennt lebenden Ehemann mit mehreren Messerstichen schwerstverletzt worden.
Die Tat ereignete sich auf einem Parkplatz an der Ecke Bonnenring/Smaragdweg: Um 12.40 Uhr sei die Polizei Viersen alarmiert worden, weil eine schwer verletzte Frau auf dem Parkplatz liege, erklärte Willy Theveßen, Sprecher der Mönchengladbacher Polizei. Sie hat die Ermittlungen übernommen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist ein Streit zwischen getrennt lebenden, türkisch-stämmigen Eheleuten eskaliert. Eine Nachbarin berichtete, der Mann habe seine Frau zur Rücknahme der Scheidung bewegen wollen. Der 36-jährige Noch-Ehemann habe seine 31-jährige Frau mit mehreren Messerstichen schwerst verletzt: Sie wurde vom Notarzt noch am Tatort versorgt und dann mit einem Rettungshubschrauber in ein Spezialkrankenhaus gebracht.
Nach Auskunft der behandelnden Ärzte besteht für das Opfer akute Lebensgefahr.
Der Täter flüchtete nach der Auseinandersetzung, die Polizei Viersen löste nach der Alarmierung eine Großfahndung auch mit Hubschraubereinsatz aus. Ein weiterer Rettungshubschrauber stand in Bereitschaft auf dem „grünen Platz” in Wekeln.
Am Tatort sind Blutspuren, Textilien, die Handtasche und Schuhe der Frau zu sehen, in einem Pflanzenbeet liegen Kindersachen mindestens eine der beiden Töchter (vier Jahre und etwas älter, so die Polizei) hatte die Tat mit ansehen müssen. Nachbarn der in Wekeln lebenden Frau kümmerten sich sofort um die beiden Mädchen. Sie brachten sie in ein Willicher Kinderspielhaus, um sie abzulenken.
Zur Spurensicherung kam eine Gruppe der Polizei Mönchengladbach nach Willich, die Experten in Schutzanzügen wurden von zahlreichen Bürgern bei ihrer Arbeit am Tatort beobachtet. Die Anwohner in Wekeln waren gestern Nachmittag schockiert.
Eine Frau, die mit ihrer Familie gegenüber dem Platz wohnt, berichtete einem Beamten, sie wisse, dass ihr fünfjähriger Sohn die Ereignisse zumindest in Teilen gesehen habe. Sie fragte, wo sie Hilfe bekomme, falls das Kind noch Angst bekäme. Eine Mutter erzählte, dass sie ihren Kindern wegen des flüchtigen Täters gesagt habe, niemandem die Tür zu öffnen.
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