Stadt Willich: Vielfach Flagge zeigen
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 18.09.2006Stadt Willich (RPO). Es war das neunte Kinderfest des Kinderschutzbundes Willich – und rund um das Schloss Neersen war gestern morgen schon um kurz nach 11 Uhr richtig viel los.
Ortsverband Willich
Der Ortsverband Willich des Kinderschutzbundes hat seinen Sitz in Schiefbahn, Hochstraße 67. Dort gibt es unter anderem eine „Offene Sprechstunde“ bei einer Familientherapeutin, ein Elterncafé mit Spielmöglichkeit für die Kinder und den Second-Hand-Laden „Wühlmaus“ mit Kinderkleidung und Spielsachen. Eine Mitgliedschaft im Kinderschutzbund kostet 25 Euro jährlich – je nach Wunsch können die Mitglieder ihren Beitrag aber auch erhöhen. Infos unter Telefon 02154/80008.
„Mama, Mama, kann ich das haben?“ Ein knapp vierjähriger Steppke zog seine Mutter aufgeregt zu einem Stand des Kindertrödelmarktes beim Kinderfest des Willicher Kinderschutzbundes (KSB): Er hatte ein Flugzeug entdeckt, das ihn faszinierte. Beim Kinderfest war gestern ab 11 Uhr viel los. So herrschte am Stand des KSB ein lebhaftes Gedränge: Vom Teenager bis zum Kindergartenkind malten alle mit Feuereifer ihre Blumentöpfe an – wenn gar nichts mehr klappte, halfen die Betreuerinnen oder Eltern nach.
Der Willicher Kinderschutzbund hatte zum Kinderfest im Neersener Schlosspark ein abwechslungsreiches Programm organisiert, sei es das Pfadfinderlager aus Schiefbahn oder die Rollenbahn, auf der die kleinen Leute mit Schlitten runterrutschen konnten, so oft sie wollten. Sportliche Vorführungen und Mitmachaktionen der Kindergruppen des Neersener Turnerbundes, des Tanzateliers Move oder des Fitness-Studios Halle 22 rundeten das Programm ab.
Ziel des Festes sei es, die Arbeit des Kinderschutzbundes vorzustellen, aber auch die der anderen Organisationen, die sich in Willich um Kinder und Jugendliche kümmern, erklärte Kinderschutzbund-Vorsitzender Ralf Hasso Sagner. Er hatte den Ortsverein vor zehn Jahren mit 46 Mitgliedern ins Leben gerufen. „Heute sind wir 160 Mitglieder, 30 bis 40 sind permanent aktiv“, zog er eine zufriedene Bilanz. Von Beginn an sei es das Ziel gewesen, präventiv zu arbeiten: „Wir wollen Kinder vor Missbrauch und Gewalt schützen, aber nicht sagen, ‚Du armes, kleines Kind‘, sondern Angebote machen, zum Beispiel durch Familienberatung“, erklärte Sagner. Viel werde über die Präventionskurse erreicht, etwa über „Starke Eltern – starke Kinder“ als Erziehungshilfe für Eltern oder über Selbstbehauptungskurse für Mädchen und Jungen ab acht Jahren. Auch die Erziehungsberatungsstelle der Stadt Willich sei auf Antrag des KSB eingerichtet worden.
Die „Lobby für Kinder“ sei aus Willich nicht mehr wegzudenken, sagte Sagner – und sie finde viel Unterstützung bei den Bürgern und Firmen. So haben beispielsweise die Stadtwerke Willich, Sparkasse, Deutsche Bank und Volksbank, die Hans Brocker KG aus Schiefbahn oder LG Electronics aus dem Gewerbegebiet Münchheide das Fest mit Spenden unterstützt.
Bei allem Spaß lag den Organisatoren auch ein ernstes Thema am Herzen: Auf einer Wiese steckten exakt 584 blaue Fähnchen im Boden – als Symbol für 584 Willicher Kinder, die auf Sozialhilfeniveau leben. Der KSB Willich beteiligte sich mit dieser Demonstration an der bundesweiten Aktion des KSB „Flagge zeigen für jedes Kind in Armut“, etliche Besucher gingen jedoch ohne große Aufmerksamkeit an diesem Feld vorbei.
Der Kinderschutzbund prangert das Thema bundesweit zum „Tag des Kindes“ am Mittwoch, 20. September an.
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